Laura Mattarella

Laura Mattarella

Vor einigen Jahren habe ich in Il Ponte einen kurzen Bericht über den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella geschrieben. Er ist seit dem 03.02.2015 der 12. Präsident Italiens. Aktuell hat er am 07.02.2026 die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina D’Ampezzo eröffnet. Bei offiziellen Anlässen wird er von seiner Tochter Laura begleitet, denn die Ehefrau von Sergio Mattarella ist 2012 verstorben.

Quelle: Wikipedia, 2017

Kürzlich erzählte die 1967 geborene Laura Mattarella, in einem Interview mit der Vogue Italia, dass sie es als Pflicht und Ehre ansieht, bei offiziellen Anlässen an der Seite ihres Vaters zu stehen. Die Entscheidung war eine freie, verantwortungsvolle und überlegte Wahl, die sie als Ehefrau und Mutter von drei Kindern mit ihrer Familie eingehend besprochen habe. Ihre Tätigkeit als Anwältin gab sie auf, den Verzicht beschreibt sie als vernünftig, denn sie stamme aus einer Familie, in der Zurückhaltung und Diskretion nicht nur als Pflicht angesehen werden. Sie versuche darüber hinaus ein normales Leben mit ihrer Familie zu führen. Und sie wohne auch nicht im Quirinalspalast. Sie fügt hinzu, dass Ausgaben z.B. für Kleidung nicht erstattet werden, denn die Rolle einer „First Lady“ ist in Italien nicht vorgesehen. Sie werde bei öffentlichen Anlässen im In- und Ausland in den Protokollen als Frau Laura Mattarella bezeichnet. Und ganz wichtig sei ihr, zu betonen, dass sie keineswegs die Rolle einer Assistentin ihres Vaters ausfüllt, sowohl in Italien wie auch bei Staatsbesuchen im Ausland.

In Italien begleitet Laura Mattarella ihren Vater vorwiegend zu kulturellen und sozialen Veranstaltungen. Eine Anwesenheit bei institutionellen Anlässen, wie z.B. diplomatischen Gesprächen und Sitzungen sei nicht vorgesehen. Bei Besuchen im Ausland begleitet sie ihren Vater und nimmt dort mit dem Ehepartner des jeweiligen Staatsoberhauptes am sogenannten Rahmenprogramm teil.

Bei Staatsempfängen im Quirinal sei es ihr eine Ehre, den ausländischen Gästen das wunderschöne kulturelle Erbe ihres Landes Italien zu zeigen und bei Besuchen z.B. in humanitären Institutionen auf die Solidarität des italienischen Volkes mit den Schwächeren der Gesellschaft hinzuweisen.

Laura Mattarella erzählt, dass alle Frauen in ihrer Familie, auch ihre Großmütter, sich nie in einer passiven Rolle sahen, sondern dazu ermuntert wurden, ihren eigenen Kopf einzusetzen und eigenständig zu denken. Und sie unterstützten ihre in der Politik tätigen Ehemänner. Doch sei es ihnen immer wichtig gewesen, Überschneidungen von öffentlichen und privaten Dingen zu vermeiden.

Die Funktionen, die ihr Vater als Staatspräsident ausübt, seien ihr natürlich vertraut. Und sie unterstütze ihren Vater gern, um so zum Wohle des Landes und der Gemeinschaft beitragen zu können.

Darüber hinaus steht sie in Verbindung zu Wohltätigkeitsorganisationen. Auch Bereiche, die sich mit der Förderung der Stellung der Frau in der Gesellschaft befassen, sind ihr ein großes Anliegen. (Cornelia Graen)

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