Veranstaltungen: Vortrag

Veranstaltungen: Vortrag

Unsere kommenden Veranstaltungen (Kategorie Vortrag):

Der Exotismus in der Musik

Datum: 23. April 2020

Uhrzeit: 19,30 - 21,15

Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4

Vortrag

Prof. Dr. Sabine Sonntag,
Musikhochschule Hannover

„In fernem Land, unnahbar euren Schritten“ oder: Wie ein Italiener sich die Musik von Ägypten und Japan vorstellt

In Kooperation mit der VHS

Im 19. Jahrhundert nach Fernost reisen, das konnten nur wenige. Die Europäer hatten eher vage Vorstellungen von Japan oder Indien. Aber der Drang, das eigene Gesichtsfeld auszuweiten, war groß. Ein paar Abenteurer brachen um 1850 auf, um ferne Länder zu erkunden. Was sie dort erlebten, schrieben sie auf, und über solch reich ausgeschmückte Erlebnisromane voller exotischem Flair kam das Ferne nach Paris, Mailand, London und Berlin.
Und es kam auf die Schreibtische der Komponisten, die selbst nie im indischen Dschungel waren oder vor einem chinesischen Buddha gestanden haben. Mit einer Mischung aus authentischer indischer oder chinesischer Musik, die man sich per Notenmaterial beschaffen konnte, und ganz viel Imagination machten sich Komponisten wie Verdi, Meyerbeer und Puccini daran, das Ferne zu „erfinden“. Werke wie die Aida, Lakmé, Turadot oder Madame Butterfly machen die andere Welt hörbar. Mit welchen Mitteln den Komponisten dies gelang, das ist Thema von Sabine Sonntags Vortrag.
Wenn Aida am Nil ihren Geliebten erwartet oder Madame Butterfly erscheint, dann klingt es uns „fremd vorm Ohr“. Warum, das wird zu untersuchen sein. Der Exotismus ist eine interessante Gattung der Kulturgeschichte und damit auch der Musikwissenschaft

Reiche Witwen in der römischen Kaiserzeit – hässlich, alt und doch begehrt

Datum: 7. Mai 2020

Uhrzeit: 19,30 - 21,15

Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4

Vortrag

Prof. Dr. Elke Hartmann
TU Darmstadt

In Kooperation mit der VHS

Zahlreiche Schriftquellen aus der frühen Kaiserzeit schildern, wie junge Männer ältere Frauen umwerben. Die Umworbenen werden oft als äußerst hässliche Frauen charakterisiert, deren Reichtum sie dennoch so attraktiv macht, dass die jungen Schmeichler vorgeben, sie heiraten oder zumindest eine Liebschaft pflegen zu wollen. Das eigentliche Ziel der Schmeichler aber ist, an das Vermögen der reichen Alten heranzukommen. Der Vortrag untersucht, warum dieses Thema – von den Zeitgenossen als Erbfängerei (captatio) bezeichnet – gerade im 1./2. Jh. n. Chr. in Rom besonders brisant war. Dabei werden insbesondere die Epigramme des Dichters Martial mentalitätsgeschichtlich ausgewertet. Die Erbfängerei erweist sich aus dieser Sicht als eine gängige Erwerbsstrategie, bei der manche Erniedrigung hingenommen werden musste.

Faschismus in der italienischen Geschichte des 20. Jahrhunderts

Datum: 15. Mai 2020

Uhrzeit: 18,15 - 20,00

Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4

Vortrag

Prof. Dr. Gustavo Corni
Trento / Trient

Gemeinschaftsprojekt der „IfG Special Lectures“ des Instituts für Geschichte der Universität Hildesheim, Prof. Dr. M. Gehler

In Kooperation mit der VHS

Eintritt frei

1. Der Erste Weltkrieg und die Nachkriegskrise
2. Die Entstehung des “ersten” Faschismus
3. Der Faschismus der “squadre” in der Po-Ebene
4. Die Machtergreifung
5. Die Festigung des Regimes durch die sog. “leggi fascistissime”
6. Die tiefgehende Massenmobilisierung der Gesellschaft
7. Der Duce und seine Macht
8. Die Krise der 30er Jahre und die Eroberung Abessiniens
9. Der “eiserne” Bündnis mit Hitler
10. Der faschistische Krieg und seine Niederlagen
11. Der unrühmliche Fall Mussolinis
12. Deutsche Besatzung, Repubblica Sociale und Partisanen
13. Kontinuitäten und Disktontinuitäten nach 1945
14. Keine Rechenschaft mit der Vergangenheit
Fazit: Die Bedeutung des Faschismus in der italienischen Geschichte

Italien gegen Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg: Verrat, kluge und legitime Machtpolitik oder großer Fehler?

Datum: 22. Juni 2020

Uhrzeit: 18,15

Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4

Vortrag

Kooperationsveranstaltung der „Schumann Lectures“ des Instituts für Geschichte der Universität, Prof. Dr. M.Gehler

Federico Scarano (Università degli Studi della
Campania Luigi Vanvitelli Caserta)

Eintritt frei

Giacomo Casanova und Alessandro Graf von Cagliostro: Die zwei berühmtesten Abenteurer aus Italien

Datum: 25. Juni 2020

Uhrzeit: 19,30 - 2015

Ort: Riedelsal der VHS, Pfaffenstieg 4

Vortrag

Monika Antes, Hannover

In Kooperation mit der VHS

Giacomo Casanova (1725 – 1798) ist, nachdem ihm als einzigem die Flucht aus dem Staatsgefängnis, den sogenannten „Bleikammern“ in Venedig gelungen war, durch ganz Europa gereist und hat mit seiner Geschichte sowie mit Alchemie, Schmeicheleien und geschäftlicher Raffinesse die Menschen bis in die höchsten Regierungskreise hinein tief beeindruckt.
Ähnlich turbulent ist das Leben Alessandro Graf von Cagliostros (1743 – 1795), auf dessen Betrügereien viele Adelige hereingefallen sind, der dieses aber dann am Ende mit seinem Leben bezahlen musste.
Der Vortrag wird das Leben beider sowie ihre Erfolge und Misserfolge darstellen und auf diese Weise zeigen, dass das Zeitalter der Aufklärung zugleich ein Zeitalter von Aberglaube und Magie war.

Kronos / Saturn und Chronos als mythische Gestalten und ihre Bedeutung für die Gegenwart

Datum: 3. September 2020

Uhrzeit: 19,30 - 21,00

Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4

Vortrag

Vortrag mit Digitalbildern
Dr. Rainer Grimm, Hannover

In Kooperation mit der VHS

In den alten Mythen ist Menschheitswissen enthalten, das selbst für unsere Gegenwart noch von Bedeutung sein kann. So haben auch die Figuren des ‚Kronos‘ (Saturn) und ‚Chronos‘ uns heute noch etwas zu erzählen. Ursprünglich waren es zwei unterschiedliche Götter – der griechische Gott Kronos und der römische Gott Saturn wurden in der Spätantike eins.
Kronos / Saturn hat bis weit in die Renaissance hinein die Menschen bewegt – als (damals) äußerster Planet des Sonnensystems galt er als der Planet der Melancholie – Menschen, die unter ihm geboren sind, galten als ‚schwerblütig‘.
Chronos ist dagegen an sich die Personifikation der ‚Zeit‘ – wie man heute auch noch an Bezeichnungen wie etwa ‚Chronometer‘ erkennen kann.
Aber beide – der Gott und die Symbol flossen bald in einer Figur zusammen. Daher hat man für Grabmäler denn auch gern die Figur des ‚Chronos/Kronos‘ gewählt.
An Hand von Bildern werden sie vorgestellt und ihr Schicksal zu dem in Beziehung gesetzt, was uns in unserer Zeit bewegt

 

 

Jenseitsvorstellungen der Antike

Datum: 1. Oktober 2020

Uhrzeit: 19,30 - 21,00

Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4

Vortrag

Vortrag mit Digitalbildern
Dr. Rainer Foß, Ratzeburg

Im antiken Griechenland gab es weder eine  dogmatische Religion noch eine orthodoxe Priesterschaft.      Dies ist ein Grund dafür, dass sich die griechische Jenseitsvorstellung frei entwickeln konnte. Homer hat dafür die Grundlagen gelegt: So kommt die Seele eines jeden Menschen ungeachtet seines irdischen Tuns in den Hades und verbringt dort für alle zeit ein tristes Dasein.

Plato erweiterte die homerische Unterweltskonstruktion um moralische Kategorien und beeinflusste damit auch die spätere christliche Jenseitsvorstellung.

Am wirkungsmächtigsten schließlich wurde der römische Dichter Vergil, der im sechsten Buch der „Aeneis“ seinen Protagonisten durch verschiedene Abteilungen der Unterwelt wandern lässt.

Im Vortrag werden die verschiedenen Stationen der  antiken Jenseitsvorstellung anhand von Bildern und Zeichnungen vorgestellt.

Dr. Rainer Foß, Religionswissenschaftler und Altphilologe ist langjähriges Mitglied der DIG Lübeck. Seine kenntnisreichen Vorträge sind frei formuliert und erfreuen das Publikum durch fachübergreifendes Wissen  (Text übernommen aus dem Programm der DIG Lübeck)

 

 

Raffael – Maler und Architekt – zum 500. Todestag

Datum: 13. November 2020

Uhrzeit: 19,30 - 21,15

Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4

Vortrag

Vortrag mit Lichtbildern
Richard Konstantin Blasy, München

In Kooperation mit der VHS

Raffael wurde 1483 in Urbino geboren: hier erhielt er den ersten Malunterricht bei seinem Vater Giovanni Sanzio und kam schon früh mit dem Geistesklima in Berührung, das vom Musenhof der Montefeltre ausging. Nach der Lehrzeit beim „berühmtesten m<aller Italiens“,  Perugino in Perugia zog ich dann das 2Arno-Athen“ Florenz in seinen Bann.

Die Florentiner Zeit von 1504 bis 1508 wurde für Raffael – nach Auseis seiner erhaltenen Studienskizzen – zu eine wichtigen Phase, denn die Auseinandersetzungen mit Leonardos Bilderfindungen und mit Michelangelos Skulpturen veränderte seine Malweise allmählich vom Anmutigen zum Heroischen und Heroisierbaren  und bereitete dabei den monumentalen Bildstil seiner römischen Schaffenskraft vor.         In den Portrais kam nun eine betontere menschliche Note zur Geltung und in seinen Madonnenbildern – durch das innigere Verhältnis zwischen Mutter und Kind  – ein neues , humanistisches Verständnis des Heiligen.

Wohl auf Donato Bramantes  Vermittlung hin, weilte Raffael seit 1509 in Rom und erreichte hier den Zenith seiner  Karriere: In den Stanzen des Vatikan gelang ihm mit den Bildern der „Schule von Athen“, der „Disputa“, des „Parnass“ die Erfüllung aller Ideen der Hochrenaissance, wogegen „Die Austreibung des Tempelräubers Heliodor“ und die „Begegnung Leo I. mit Attila“ schon das moderne Historienbild vorwegnahm.

Raffaels Schaffen gehörte in seinen letzten Lebensjahre stärker der Architektur als der Malerei:  Nach Bramantes Ableben  1514 war er von 1515 bis zu seinem eigenen Tode 1520 erster Architekt der neuen Peterskirche und Präfekt der römischen Altertümer.

Neben Kapellen und Palästen entstand das Projekt der Villa Madama als früheste Renaissancevilla Roms und einer der bedeutendsten ihrer Zeit: In der Nachfolge von Kaiser Neros „Goldenem haus“ stehend, erweis sie den Maler und Architekten Raffael als einen außergewöhnlichen Kenner der römischen Antike