Franz von Assisi

Franz von Assisi

Er starb vor 800 Jahren, am 3. Oktober 1226. Der populäre Heilige gilt als Inbegriff von Armut, Demut und Liebe, auch zur Natur. Für Papst Leo XIV ist sein geistliches Erbe heute noch unverändert aktuell. Er sei ein Vorbild der Liebe und des Friedens, sagte der Papst.

Seine Botschaft von Einfachheit, Mitgefühl und einem Leben in Verbundenheit mit Menschen, Natur und Gott fasziniert die Menschen auch im 21. Jahrhundert. Was würde Franz von Assisi den Menschen heute sagen als jemand, der die Natur gewürdigt und als ebenbürtig angesehen hat? Er wäre wohl sprachlos, vielleicht auch wütend, wenn er sähe, wie die Erde heute ausgebeutet und geplündert wird.

Geboren wurde Franz von Assisi 1181/82 als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers. Zunächst stieg er in das Geschäft seines Vaters ein und genoss das Leben eines reichen jungen Mannes. Später zog er in den Krieg gegen Perugia und geriet dort in Gefangenschaft. Seine ehrgeizigen Träume zerbrachen. Es folgten einige Jahre der Suche nach einem neuen Lebensinhalt.

Mit 25 Jahren begann Franz sein Leben radikal zu ändern. Damit zog er den Unmut seines Vaters auf sich, der den eingeschlagenen Weg missbilligte. Doch Franz wollte frei sein, auch von jeglichem Besitz. NICHTS HABEN – ALLES GEBEN. Er warf seinem Vater quasi seine teuren Gewänder vor die Füße, wollte sich zukünftig so einfach kleiden wie nur möglich. Seine einfache Lebensweise hielt den Wohlhabenden den Spiegel vor. Auch dem damaligen Papst Innozenz III., einem zielstrebigen Machtmenschen.

Franz wollte ein radikaler Christ sein und ganz nach dem Evangelium leben, den Armen und Aussätzigen, den Menschen am Rande der Gesellschaft auf Augenhöhe begegnen, er kannte keine Berührungsängste.

Franz von Assisi ist wohl eine der bestdokumentierten Personen des Mittelalters. Alle Lebensstationen hier aufzuzählen würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Immerhin wurde Franz bereits zwei Jahre nach seinem Tod heiliggesprochen. Er hinterließ zahlreiche Gebete und Gesänge, unter anderem den berühmten „Sonnengesang“.

Das Grab von Franziskus befindet sich in einem Steinsarg in der Grabkammer der Unterkirche der Basilika San Francesco in Assisi. Anlässlich des 800. Todestages wurde das Grab des Heiligen Franziskus geöffnet, 370 000 Menschen sahen den geöffneten Sarg. Anhand der sterblichen Überreste wurde festgestellt, dass Franz (nur) etwa 140cm groß war.

Für viele Menschen und Pilger ist San Francesco in Assisi ein Sehnsuchtsort. Ich habe San Francesco Anfang September 1997 besucht, einige Wochen vor dem schweren Erdbeben. Neben den zahlreichen wunderbaren Kunstwerken und Fresken im Inneren der Kirche ist in meinem Kopf ein Bild von der angestrahlten Kirche am Abend.

Auf arte gibt es in der Mediathek den sehenswerten Bericht: „Franz von Assisi – der Grenzgänger“.

Zu guter Letzt: 2026 gibt es anlässlich des 800. Todestages von Franziskus einen neuen, bzw. wieder eingeführten gesetzlichen Feiertag. Den Feiertag 4. Oktober gab es bereits von 1958 – 1977. (Cornelia Graen)

San Francesco aus einem Fresko von Cimabue in Assisi (wikipedia)

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