Buchbesprechung „Malnata“
Liebe Leserinnen und Leser,
heute stelle ich Ihnen ein Buch der jungen italienischen Autorin Beatrice Salvioni vor, die 1995 in Monza geboren wurde. Ihr erster Roman „Malnata“ (La Malnata, 2023) spielt in Monza im Jahr 1936, also im faschistischen Italien. Erzählt wird die Geschichte von zwei zwölfjährigen Mädchen: Francesca und Maddalena.
Francesca stammt aus einer eher bürgerlichen Familie und versucht zunächst, das „richtige“ Mädchen zu sein, angepasst und gehorsam. Maddalena dagegen ist das genaue Gegenteil. Sie läuft barfuß herum, schwimmt mit Jungen im Fluss, widersetzt sich Erwachsenen und kümmert sich wenig darum, was die Leute über sie sagen. Deshalb nennen die Menschen sie „la Malnata“ – ungefähr: die Unheilbringende. Francesca ist zunächst fasziniert und zugleich eingeschüchtert von ihr. Aus ihrer Perspektive erleben wir, wie die Freundschaft entsteht und wie Maddalena Francescas Blick auf ihre eigene Welt verändert.
Dabei geht es nicht nur um zwei Mädchen. Im Hintergrund stehen Faschismus, gesellschaftliche Konventionen, Gewalt und die sehr unterschiedlichen Erwartungen an Mädchen und Jungen.
Für mich sind zwei der wichtigsten Aspekte die gegenseitige Veränderung der beiden Mädchen und ihr Erwachsenwerden.
Vielleicht weckt dieses Buch auch Ihr Interesse.
Deutsche Ausgabe: Penguin Verlag 2025; Italienische Ausgabe: Einaudi Verlag 2023
(Renate Iacovozzi)

