ACHTZIG JAHRE VESPA EINE LIEBESGESCHICHTE, DIE NUN SCHON 8 JAHRZEHNTE DAUERT
Ein Kultobjekt feiert Jubiläum. Vom 25. – 28. Juni fand in Rom die große Feier statt. Doch eigentlich wird das ganze Jahr gefeiert.
Auf der offiziellen Jubiläumsseite heißt es: „Eine Ikone, die Epochen, Lebensstile und Generationen überdauert hat, sich immer wieder neu erfindet, ohne dabei ihre Identität zu verlieren“.
Denn seit 1946 hat sich die Vespa in ihrer Form weiterentwickelt, nie jedoch in ihrem Geist.
MAN FÄHRT NICHT EINFACH NUR EINE VESPA – MAN FÜHRT SIE AUS – MAN LEBT SIE – MAN ERKENNT SIE
Zur Geburtstagsfeier werden Fans aus der ganzen Welt anreisen, womöglich auch mit der eigenen Vespa. Es ist eine Art Klassentreffen der weltweiten Vespa – Freunde.
Im April 1946 meldet Enrico Piaggio das Patent für den legendären Motorroller an. Und er lässt auch den Namen Vespa schützen. Doch damals war der Designversuch des legendären Gefährts eine Sache mit ungewissem Ausgang. 1946 lag Europa in Trümmern und Enrico Piaggio musste sich für die Rüstungsfirma seines Vaters in der Toskana etwas einfallen lassen. Er beauftragte den besten Ingenieur der Firma, Corradino D’Asciano, ein kostengünstiges, motorgetriebenes Zweirad zu entwickeln, welches einfach zu fahren ist. Seine Erfindung beschrieb er später in einem Interview so: „Ich habe unter dem Sitz einen großen Kotflügel als Schmutzfang über dem gesamten Hinterrad platziert, den Lenker habe ich direkt über das Vorderrad gesetzt. So ist die Form der Vespa automatisch entstanden“. Die unverwechselbare gerundete Roller-Silhouette mit bequemem Durchstieg und dem Trittbrett in der Mitte.
Die erste Vespa (Vespa 98) kam 1946 auf den Markt, 98 Kubikzentimeter Hubraum, 3,3 PS, und fuhr 60 km/h. Sie trug den Spitznamen ‚Paperino‘, was so viel wie ‚Entchen‘ bedeutet. Der Preis betrug 55.000 Lire. Für eine gut erhaltene Vespa von damals zahlt man heute ab ca. 15.000 Euro. Ein aktuelles Modell, die Vespa Sprint 150, kostet ca. 5.000 Euro.
Den nötigen Glamour bekam die Vespa durch den amerikanischen Film „Ein Herz und eine Krone“, mit Audrey Hepburn und Gregory Peck. Nun stand die Vespa für das italienische Lebensgefühl und für Dolce Vita.
In den vergangenen 80 Jahren wurden ca. 20 Mill. Vespas verkauft. Zu den wichtigsten Absatzmärkten gehören Indien und Vietnam. Auch in Deutschland ist die Vespa sehr beliebt. Doch in Italien geht der Absatz zurück, 2025 ist der Umsatz um 12% gesunken. Der günstigere Motorroller des japanischen Herstellers Honda läuft der Vespa den Rang ab.
Doch bei Vespa bleibt man zuversichtlich: Man möchte das Gefährt als Premiumprodukt vermarkten, auch um eine höhere Gewinn-Marge zu erzielen, um so die Verluste auszugleichen.
Übrigens hat die Wespe (Vespa) auch eine Verwandte: die Biene (Ape), den beliebten Dreiradtransporter. (Cornelia Graen)

Vespa primavera (Quelle: Wikipedia)