Italienische Kunst in Braunschweig
Wussten Sie, dass man auch ganz in unserer Nähe, und zwar in Braunschweig, italienische Kunst bewundern kann?
Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel (1633 – 1714) gilt als typisches Beispiel eines aufgeklärt-absolutistischen Herrschers der Barockzeit und war auch selbst künstlerisch tätig. Nach seiner Kavalierstour nach Italien besuchte er dann in den 1680er Jahren allein oder mit seiner Familie viermal Venedig, denn diese Stadt beeindruckte ihn nachhaltig.
Anton Ulrich richtete sich in seinem Lebensstil nach dem französischen König Ludwig XIV. und führte in Braunschweig die französische Sprache und französische Sitten ein. 1690 ließ er mit dem Opernhaus am Hagenmarkt eines der größten damaligen Opernhäuser bauen. Wie sein französisches Vorbild legte auch Anton Ulrich sich eine große Kunstsammlung zu, die er im Schloss Salzdahlum unterbrachte und ständig erweiterte. Das Schloss wurde unter Jerôme von Westfalen, dem jüngsten Bruder von Napoleon Bonaparte, abgerissen, und ein großer Teil der Kunstsammlung bildete den Grundstock des Herzog-Anton-Ulrich-Museums, das 1754 eröffnet wurde. 2010 wurde es erweitert und modernisiert. Im mittleren Saal der Gemäldegalerie finden sich heute ausgewählte Werke der venezianischen Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts, wie z.B. Giorgiones Selbstbildnis als David, die noch heute von der Italienleidenschaft des Herzogs künden.
Das Herzog-Anton-Ulrich-Museum in der Museumsstraße in Braunscheig ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 9,00 €, ermäßigt 7,00 €, und für Kinder ab 6 Jahren 2,00 €. (Heidemarie Zentgraf)
Für das nächste Jahr plant die DIGHI auch wieder Ausstellungsbesuche in Hildesheim und der näheren Umgebung wie in Braunschweig oder Hannover. Bitte beachten Sie unsere Website und die Programmzettel bei den Veranstaltungen.

Giorgione: Selbstbildnis als David, um 1508 (Quelle: Wikipedia)