Eine Stimme wie Samt, ohne samtige Themen Leben und Werk von Fabrizio De André

Eine Stimme wie Samt, ohne samtige Themen Leben und Werk von Fabrizio De André

Fabrizio De André gilt als einer der bedeutendsten italienischen Liedermacher des 20. Jahrhunderts. In Italien wird er oft einfach „Faber“ genannt – ein Spitzname, der darauf zurückzuführen ist, dass er seine Texte immer mit Faber-Stiften schrieb. Seine Lieder verbinden poetische Sprache mit gesellschaftskritischen Themen und erzählen von Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Seine Lieder sind noch heute fester Bestandteil im Schulunterricht in Italien.

De André wurde am 18. Februar 1940 in Genua geboren. Er wuchs in einer gebildeten Familie auf und studierte zunächst Jura, brach das Studium jedoch ab, um sich ganz der Musik zu widmen. Schon früh wurde er von den französischen Chansonniers, besonders Georges Brassens, beeinflusst. Zusammen mit Künstlern wie Luigi Tenco, Gino Paoli und Bruno Lauzi gehörte er zur sogenannten Genueser Schule, die das italienische Lied in den 1960er-Jahren grundlegend erneuerte. 1979 wurden De André und seine Lebensgefährtin Dori Ghezzi auf Sardinien entführt und etwa vier Monate lang festgehalten. Bemerkenswert war seine spätere Haltung: Er zeigte Verständnis für die soziale Not der Entführer, ohne deren Tat zu rechtfertigen. Dieses Erlebnis prägte seine späteren Werke nachhaltig. In den 1980er- und 1990er-Jahren experimentierte er zunehmend mit regionalen Sprachen wie Genuesisch, Sardisch und Neapolitanisch. Er starb am 11. Januar 1999 in Mailand an den Folgen einer Krebserkrankung. Seine Beisetzung in Genua wurde von Tausenden Menschen begleitet. Seine Lieder handeln häufig von: Mitgefühl für Außenseiter und Benachteiligte, Kritik an Krieg, Macht und religiösem Dogmatismus, Freiheit und individueller Würde, Liebe in all ihren widersprüchlichen Formen, Literatur, Geschichte und biblischen Motiven. Drei seiner bekanntesten Lieder sind „La Canzone di Marinella“, „Bocca di Rosa”, “Via del Campo”. Viele Italiener betrachten De André nicht nur als Musiker, sondern auch als einen der großen Dichter der Nachkriegszeit.

Eines der für mich schönsten Lieder von De André stelle ich Ihnen in unserer Lyrikecke ( S. 7) vor: „La stagione del tuo amore“.

Wenn der Artikel Ihr Interesse geweckt hat, können Sie alle Lieder auf youtube anhören. (Renate Iacovozzi)

(Quelle: Internet)

Die Kommentare sind geschlossen.