Päpstlicher Humanismus? Juden, Muslime und Ostchristen im Rom der Renaissance

Päpstlicher Humanismus? Juden, Muslime und Ostchristen im Rom der Renaissance

Datum: 11. März 2021

Uhrzeit: 19,30 - 21,00

Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4

Vortrag

in Kooperation mit der VHS

Prof. Dr.Dr. Jörg Bölling

Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim

Im Rom der Renaissancepäpste folgten kirchliche Liturgie, höfische Etikette, städtisches Zeremoniell und diplomatisches Protokoll strengsten Vorgaben. Doch insbesondere bei interkulturellen und interreligiösen Begegnungen waren zahlreiche Zeremonien durchaus verhandel- und wandelbar. So mag es nicht erstaunen, dass sich unter den auswärtigen Botschaftern am Papsthof, wo Gesandte aus aller Welt zusammenkamen, auch Muslime und von der römischen Kirche getrennte Ostchristen einfanden, und dies sogar im Rahmen und im Anschluss von Papstmessen in der Sixtinischen Kapelle. Der jüdische Leibarzt und – ihrer Konfession nach allerdings wohl zumeist ehemals – jüdische Sänger gehörten sogar regelmäßig zu den Teilnehmern der Papstliturgie. Den seinerzeit streng sekretierten Dokumentationen und Kommentaren der päpstlichen Zeremonienmeister zufolge lagen dieser päpstlichen Praxis ganz bestimmte Konzepte zugrunde: eine gewisse missionarisch motivierte Offenheit, ferner die unterschwellig mitschwingende Staatsräson, schließlich mitunter aber auch eine Tolerierung von Diversität, die sich in durchaus anerkennender Wertschätzung äußern konnte.

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Autor: Prof. Dr. Dr. Jörg Bölling ist Professor für Kirchengeschichte im Institut für Katholische Theologie der Stiftung Universität Hildesheim. Sein Forschungsschwerpunkt ist die mittelalterliche Kirchengeschichte, wozu er Einschlägiges veröffentlicht hat.

Wegen der aktuellen Coronasituation muss der Vortrag leider ausfallen und in den Herbst verschoben werden.

 


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