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Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

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Leitung der Redaktionen

  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf

Λ oben

Zu Gast in Pavia 2014: DIG Hildesheim in der Partnerstadt Pavia

Vom 6. bis 13 Oktober reiste eine Gruppe von 12 Mitgliedern und Freunden unserer Deutsch-Italienischen Gesellschaft unter Leitung von Herrn Helmut Steinhäuser in unsere italienische Partnerstadt Pavia in der Nähe von Mailand. Neben Programmen zum Schüleraustausch und offiziellen Begegnungen war dies seit 14 Jahren wieder einmal eine privat organisierte Reise.

Wie der frühere Paveser Bürgermeister Dr. Andrea Albergati anlässlich der Unterzeichnung der Partnerschaft in Hildesheim 1999 erklärt hatte, haben unsere beiden Städte eines gemeinsam: Sie sind bewohnbare Städte im Umkreis einer Metropole. Dies haben wir in Pavia täglich wahrgenommen. Es ist eine alte Stadt mit langer Geschichte und Baudenkmälern seit der Spätantike, so war Pavia einmal Hauptstadt des Langobardenreiches.

Mit 70.000 Einwohnern und einer traditionsreichen Universität und 27.000 Studierenden wird das Stadtbild von jungen Menschen geprägt. Selbst spätabends saßen noch Jugendliche bei Kerzenschein auf den Domstufen zur Begegnung, teilweise mit musikalischer Begleitung, wir hörten z.B. eine Harfenistin. Als Hildesheimer fielen uns die teilweise engen mit Flusssteinen gepflasterten Straßen und Plätze auf, die für unsere Füße etwas gewöhnungsbedürftig waren, dazwischen gab es auch Fahrstreifen mit Steinplatten. Radfahrer dürfen auch in der Fußgängerzone fahren, was sie im Schritttempo auch sehr moderat taten.

Bei unseren Aktivitäten wurden wir in Pavia von Frau Alessandra Crotti begleitet, die als ehemalige Deutschlehrerin der Bordoni-Schule schon mehrfach anlässlich des Schüleraustauschs mit der Friedrich-List-Schule in Hildesheim war. Sie hatte ein umfangreiches kulturelles und Besichtigungsprogramm gestaltet, so unternahmen wir zwei ausgedehnte Stadtrundgänge mit Besichtigung des Domes, San Michele und weiterer Kirchen. In San Francesco sahen wir den Reliquienschrein des Heiligen Epiphanius mit dem Schädelskelett, die anderen zwei Drittel seiner Gebeine liegen im Hildesheimer Dom, was eine wesentliche Gemeinsamkeit bei unseren damaligen Bemühungen bei der Suche nach einer Partnerstadt in Italien war. Dort begleitete uns auch der Priester Don Innocenti, den ich noch von unserem ersten offiziellen Besuch anlässlich der Begründung der Städtepartnerschaft 1999 kennen lernen durfte.

Empfang PaviaDurch Vermittlung von Frau Crotti wurden wir auch im Rathaus empfangen. Da der Oberbürgermeister Professor Massimo Depaoli in Rom weilte, begrüßten uns seine junge Stellvertreterin Dottoressa Gregorini und der Referent für internationale Beziehungen und Städtepartnerschaften Dr. Brendolise. Herr Steinhäuser übergab ein Schreiben unseres Oberbürgermeisters Dr. Meyer und ich hielt in Italienisch einen kurzen Überblick über die Beziehungen zwischen Pavia und Hildesheim sowie die Deutsch-italienischen Gesellschaften. Wir hatten ein Exemplar der Chronik über 60 Jahre Verband der Deutsch-Italienischen Gesellschaften mitgebracht, der zweisprachig ist und auch zwei Seiten über unsere Hildesheimer DIG enthält. Im Rathaus erhielten alle deutschen Gäste umfangreiches Informationsmaterial über Pavia und die Lombardei, Herr Steinhäuser empfing eine Flagge mit dem Stadtwappen.

Einen weiteren Empfang hatten wir im Teatro Fraschini durch den Intendanten Herrn Giuseppe Soggetti, der uns durch sein Theater aus dem 18. Jahrhundert führte. Neben dem Parkett gibt es dort fünf Ränge, davon drei mit Logen und Stehplätzen ganz oben. Wir hatten das Glück, noch Karten für Mozarts Oper "Don Giovanni" zu bekommen. Die wurde von einem auswärtigen Ensemble aufgeführt und nur an zwei Terminen. Ein eigenes festes Ensemble hat Pavia nicht, das Jahresprogramm enthält zahlreiche Schauspiele, Opern, Konzerte und auch Kabarett im Rahmen von Gastspielen. Wir sahen eine musikalisch hervorragende Aufführung mit provokanter Inszenierung, in deren Mittelpunkt ein Müllcontainer mit Schaufensterpuppen stand. Gefallen hat mir, dass zum gesungenen italienischen Text auch die Übertitel zu lesen waren. Der Beifall kam mir eher spärlich vor, Szenenapplaus wie in Hildesheim gab es trotz ausgezeichneter Leistungen kaum. In der Pause erhielt jeder Gast ohne zusätzliche Bezahlung ein Minigläschen Prosecco. Die Eintrittspreise lagen deutlich über unseren.

Ein weiterer Kulturtermin war der Besuch der Kunstgalerie "Galleria L'Arte 17, deren Inhaber, der Maler Gigi Viciani, demnächst auch nach Hildesheim kommt. Dort war eine Lesung des Mailänder Autors Andrea Giovanni Pinchetti alias Andrea Piketts, der mit einer Literaturwissenschaftlerin in einen Dialog trat. Das war eigentlich recht interessant und anders als eine herkömmliche Lesung. Da aber von uns nur wenige weniges verstanden, haben wir den Event nach 30 Minuten diskret wieder verlassen.

Weiterhin besuchten einige mit Frau Crotti die Uni Tre, die Universität des dritten Lebensalters. Dies ist mit unserer Volkshochschule vereinbar. Man wird dort nicht Teilnehmer, sondern Mitglied. Alle in Verwaltung und Bibliothek Tätigen waren ehrenamtlich und im Ruhestandsalter. Geplant ist im kommenden Jahr ein Italienischkurs für Hildesheimer in Pavia über VHS und Uni Tre.

Herr Steinhäuser hatte auch mehrere Ausflüge in die Umgebung organisiert. Da unser Hotel direkt neben dem Bahnhof lag, war die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln Bahn und Bus leicht möglich. Er hatte es geschafft, immer die preisgünstigen Tarife zu nutzen.

So waren wir am zweiten Tag in Turin, wo es 16 km mit Arkaden gesäumte Straßen gibt. Wir unternahmen einen ausgedehnten Stadtrundgang mit Besuch einiger besonders schöner klassischer Cafes, des Palazzo Reale, Palazzo Madama, des Doms mit einer Kopie des Turiner Grabtuchs und weiterer Sehenswürdigkeiten. Einige fuhren auch noch auf den Turm der Mole Antonellina, wo es aber wegen des trüben Wetters keine Aussicht auf die Alpen gab. Auf einen Besuch des berühmten Ägyptischen Museums mussten wir aus Zeitmangel verzichten und weil unsere frühere Museumsdirektorin Dr. Eleni Vassilika, die dort nach ihrem Fortgang aus Hildesheim Leiterin war, inzwischen in die USA zurückgekehrt ist. Auf der zentralen Piazza San Carlo sahen wir abends ein Event zum 60 jährigen Bestehen des Goetheinstituts mit internationaler Band und einem Bratwurststand, der gut nachgefragt schien. Ein weiterer Besuch führte zur Certosa, einer berühmten Klosteranlage 15 km außerhalb von Pavia.Certosa di Pavia

In Mailand sahen wir den Dom, das Kaufhaus "La Rinascente", die Modestraßen mit den eleganten Designerläden, die Galleria Vittorio Emanuele, die "Scala" von außen, das Ausgehviertel am Kanal Naviglio. Höhepunkte waren der Besuch des "letzten Abendmahls = Cenacolo" von Leonardo da Vinci im Refektorium des Klosters Santa Maria delle Grazie. Wegen der stark begrenzten Besucherzahl, jeweils 25 Personen für 15 Minuten, hatte Herr Steinhäuser die Eintrittskarten Wochen vorher gekauft. Spontanbesucher hatten keine Chance. Eine weitere Kirche war die Basilica di Sant Ambrogio, des Mailänder Stadtheiligen.

Ein weiterer Ausflug in die Cinque Terre an der ligurischen Küste musste wegen der Unwetter bei Genua mit Erdrutschen und Bahnumleitungen leider ausfallen. Überhaupt hatten wir in der ganzen Woche unseres Besuchs keinen Sonnenschein, der Himmel war bedeckt und es regnete zeitweise bei tagsüber milden Temperaturen, kein sonniger Süden. Alternativ zu den Cinque Terre unternahmen wir einen Ausflug nach Vigevano, eine 35 km entfernte historische Stadt. Dort fand ein Palio statt, ein Wettbewerb mit Umzug der verschiedenen Contraden (Stadtteile) in historischen Kostümen, Kapellen, Fahnenschwenkern und anschließendem Geschicklichkeitsparcours. Von einem Cafe an der Piazza Ducale hatten wir einen Logenplatz.

Wir haben in Pavia verschiedene Restaurants besucht, das "Napoli" an der zentralen Piazza Vittoria war unser Stammlokal. Nach jeweils einem zweigängigen Mittagsmenü zu 10€ mit Wein konnte unser Leiter auch noch einen Espresso vom Haus aushandeln.Das musste natürlich mehrmals genutzt werden.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass Pavia, "die Schöne im Schatten Mailands", eine Reise wert ist. Ich hofffe, dass der im kommenden Oktober geplante Italienischkurs in Pavia ein Erfolg wird. Alle Mitreisenden danken Herrn H. Steinhäuser, der die Idee hatte, diese Reise plante, organisierte und perfekt durchführte.
(Text: Christian Vogel)

Hinweis des Webmasters
Dies ist die von Dr. Dr. Christian Vogel erstellte ursprüngliche Fassung.
Eine gekürzte Fassung, die auch noch Fotos umfasst, könnnen Sie auf der Website der Stadt Hildesheim sehen:
(Der Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.)

http://www.hildesheim.de/magazin/artikel.php?artikel=16082&type=2&menuid=2226&topmenu=3

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