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Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

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  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf

Λ oben

Ostern in Italien - Pasqua in Italia

Die traditionellen Osterbräuche in Italien unterscheiden sich von denen in Deutschland. Das beginnt schon damit, dass der Karfreitag oder „venerdì santo“ kein Feiertag im herkömmlichen Sinne ist. Doch in vielen Regionen beginnen an diesem Tag die Osterfeiern mit traurigen Prozessionen.

In Assisi wird schon seit dem 13. Jahrhundert am Gründonnerstag oder „giovedí santo“ in der Kathedrale San Ruffino ein großes Kreuz aufgestellt, das am Karfreitag durch die Gassen zur Basilica San Francesco getragen wird. Am Abend folgt dann, begleitet von Fackelträgern, das Bildnis der Madonna.

In Grassina bei Florenz ziehen am „venerdì santo“ mehr als 500 Menschen in historischen Kostümen durch die Straßen bis zum Kalvarienberg. Dieser Brauch geht zurück auf das 14. Jahrhundert, als die Stadt wie durch ein Wunder während einer Pestepidemie verschont blieb.

Sizilien gleicht in der Karwoche oder „settimana santa“ einer einzigen Prozession. In San Fratello in der Provinz Messina verkleiden sich viele Menschen als „Giudei“ (Juden) und lärmen mit Musikinstrumenten, Ketten und anderen Dingen, um vom Leiden Christi abzulenken.

Die „Processione dei Misteri“ in Trapani zieht am „venerdi santo“ 20 Stunden lang ohne Pause durch die Stadt. Dabei zeigen achtzehn große Skulpturengruppen die Stationen des Leidenswegs Christi, sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit und stellen den größten österlichen Kunstschatz Siziliens dar.

An Karfreitag isst man in Italien vorzugsweise leichte Speisen wie Fisch; Süßigkeiten sind dagegen verpönt. Traditionell werden zu Ostern die Eier vom Priester geseg-net und anschließend auf der Mitte eines Tisches dekorativ ausgebreitet. Später werden die anderen Speisen rings herum aufgebaut. Das ist eine alte Tradition, denn schon in vorchristlicher Zeit galt das Ei als Zeichen der Fruchtbarkeit.

Der ausgelassene Teil des Festes beginnt in der Osternacht mit einem feierlichen Gottesdienst. Trotz der vielen Pilger, die jedes Jahr nach Rom kommen, um den päpstlichen Segen „Urbi et Orbi“ am Ostersonntag auf dem Petersplatz zu empfangen, ist Ostern in Italien eher ein fröhliches Frühlingsfest. Sonntag Morgen gibt es ein üppiges Frühstück und die Kinder erhalten riesig große, kitschig bunte Schokoladenostereier, in denen Spielzeug versteckt ist. Ein besonderes Osterspektakel findet auf der Piazza Duomo in Florenz statt, genannt "Lo scoppio del carro". Dazu wird ein historischer Karren von zwei riesigen weißen Ochsen durch die Straßen bis zum Dom gezogen. Dann wird ein Stahlseil vom Karren bis zum Altar gespannt. Am Ende des Ostergottesdienstes, beim großen Halleluja, wird eine Rakete in Form einer Taube entzündet, die am Stahlseil bis zum Karren "fliegt" und dort ein großes Feuerwerk entzündet. Wenn sie den Karren nicht erreicht und das Feuerwerk von Hand entzündet werden muss, wird es ein schlechtes Jahr für Florenz.

Das Mittagessen nach der Messe zieht sich oft über viele Stunden hin und wird im Kreis von Familie und Freunden eingenommen. Den süßen Abschluss bildet meist die „colomba“, ein lockeres gugelhupfartiges Gebäck in Form einer Taube, mit Mandeln oder Rosinen dekoriert.

Der Ostermontag wird auch „Pasquetta“ oder „kleine Ostern“ genannt. An diesem Tag bricht die ganze Familie mit Freunden zu einem fröhlichen Ausflug mit gemeinsamem Picknick auf. Dabei wird auch die „Torta di Pasquetta“ serviert. Das ist ein herzhafter Kuchen, der mit Eiern, Ricotta und Spinat gefüllt ist und sowohl warm als auch kalt gut schmeckt. Da zu Ostern auch die Eissaison beginnt, erleben die „Gelaterie“ einen ersten Ansturm. Das Osterfest endet am Abend mit einem romantischen Essen bei Kerzenlicht im Restaurant oder daheim.  (Text: Heidemarie Zentgraf)


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