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Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

In diesem Archiv können Sie in ausgewählten Artikeln unserer Mitgliederzeitschrift stöbern. Einige sind im pdf-Dateiformat abgespeichert. Um sie lesen zu können, benötigen Sie z.B. einen "Acrobat Reader ©". Falls er auf Ihrem Rechner noch nicht installiert sein sollte, können Sie ihn über diesen Link herunterladen: http://www.adobe.com/de/

 
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  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
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Λ oben

Giotto di Bondone - Ein Reformer der italienischen Malerei

Vor 750 Jahren wurde der Maler Giotto di Bondone in Vespignano bei Florenz geboren, doch dieses Datum ist nicht sicher. Zwei verschiedene Jahre sind als Geburtsjahr überliefert: entweder 1276 oder 1267. Das Todesdatum jedoch steht fest, es ist nach heutigem Kalender der 8. Januar 1337.

Schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts ist Giotto berühmt, Dante Alighieri setzt ihm in seiner „Divina Commedia“ ein literarisches Denkmal, und auch in Giovanni Boccaccios „Decamerone“ wird der Maler erwähnt und er war auch mit beiden Dichtern befreundet.

Giotto trat wohl als Lehrling in Cimabues Werkstatt ein und erhielt bald auch Aufträge nicht nur aus Florenz. Papst Benedikt XII. holte ihn nach Rom, wo er zehn Jahre lang als Maler, Architekt und Bildhauer wirkte. Bald war er so bekannt und reich, dass er Immobilien in Florenz und Rom besaß.

Nach 1320 kehrte Giotto nach Florenz zurück, wo er eine blühende Werkstatt unterhielt. 1334 wurde er leitender Baumeister am Dom, der Campanile trägt bis heute seine Handschrift, auch wenn er ihn nicht vollenden konnte.

Für Lorenzo Ghiberti stand Giotto für eine kulturelle Wende und die Wiedergeburt der Künste in Florenz, besonders der toskanischen Freskomalerei. Für seine Farben benutzte er Feigenmilch und Eigelb und verlieh ihnen so Helligkeit und Klarheit. Besonders auffällig sind die hohe Natürlichkeit und Lebhaftigkeit seiner Figuren sowie der Beginn der Perspektive. Damit überwand er die ikonographischen Normen der byzantinischen Malerei, die seit Generationen die Maler des Abendlandes beeinflusst hatte. Giotto bereitete die nachgotische Malerei in Italien vor, die im Rinascimento hervortrat. Auch Michelangelo hat sich von Giottos Fresken in Santa Croce anregen lassen.

Vorher waren auf den Fresken zweidimensionale Figuren wie Symbole vor einem flächigen, meist goldenen Hintergrund aufgebaut. Giotto dagegen stellte plastisch modellierte Individuen, die zueinander in Beziehung stehen, in einen perspektivischen, oft in Blau gehaltenen Raum. So erhalten die Figuren Volumen und Gewicht.

Bekannte Werke sind die Fresken aus dem Leben des Heiligen Franziskus in der Basilica San Francesco in Assisi. Sie erschienen einigen Kritikern zu natürlich – und damit zu weltlich. Heute ist vor allem bei diesen Fresken unklar, ob sie von seiner eigenen Hand stammen oder „nur“ aus seiner Werkstatt. Dennoch haben sie das Bild, das die Welt sich von San Francesco durch die Jahrhunderte gemacht hat, stark geprägt.

Giottos Hauptwerk ist wohl der große Freskenzyklus in der Cappella degli Scrovegni in Padua. Er beschreibt in mehr als 100 Szenen das Leben von Maria und Jesus, er entstand von 1304 bis 1306 und ist auch am besten erhalten. Besonders eindrucksvoll sind die Szenen der Passionsgeschichte.

Die Zeit Giottos war besonders von den Auseinandersetzungen zwischen Papst und Kaiser geprägt. In Florenz stand man eher auf der Seite des Papstes Auch Giotto hat sich in die politisch-religiösen Fragen eingemischt.

Giottos Leistung ist einzigartig für seine Zeit; erst zwei Generationen später konnten Künstler der Frührenaissance wie Andrea Orcagna an diese Entwicklung anknüpfen.

Als Giotto starb, wurde er im Dom von Florenz bestattet. Zu der Zeit stand das sonst nur Fürsten, Heerführern oder Dichtern zu. Wollte man so den Architekten des Campanile ehren? (Heidemarie Zentgraf)


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