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Unsere Vereinszeitschrift

Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

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Leitung der Redaktionen

  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf

Λ oben

Ferruccio Busoni - Ein deutsch-italienischer Musiker

Ferruccio Busoni, 1866 in Empoli bei Florenz geboren und 1924 in Berlin gestorben, wuchs zweisprachig auf. Sein Vater war ein italienischer Klarinettenvirtuose und seine Mutter eine deutschstämmig Pianistin. Mit 10 Jahren gab Ferruccio in Wien sein Debüt als Pianist, Komponist und Improvisator. Mit 15 Jahren wurde er Mitglied der Accademia Filamonica di Bologna. Er unterrichtete in Leipzig, Helsinki, wo er sich mit Jean Sibelius anfreundete, Moskau und Boston, ehe er sich 1894 endgültig in Berlin niederließ.

Busoni wurde besonders als Pianist bekannt, der zahlreiche Klavierwerke von J.S. Bach und Franz Liszt einspielte, dabei jedoch oft improvisierte. Neben vielen Instrumentalwerken hat Busoni auch mehrere Opern geschrieben, seine letzte, von seinem Schüler Philipp Jarnach vollendete und 1925 in Dresden uraufgeführte Oper Doktor Faust läuft zur Zeit im TfN in Hildesheim. Busoni wollte eine Oper über eine große Gestalt der Literatur schreiben und konnte sich zuerst nicht zwischen Don Juan und Faust entscheiden. Schließlich wählte er den Faust-Stoff, da er nicht in Konkurrenz mit der Mozart-Oper treten wollte. Er griff aber auf das mittelalterliche Puppenspiel zurück, das auch Goethe als Quelle gekannt haben muss, und übernahm andere Szenen als Goethe aus Ehrfurcht auch vor dessen Stück. Die Texte zur Oper hat der Komponist selbst geschrieben und seine eigene Motivation für das Stück legt er in einer Art Prolog einem Dichter in den Mund.

Die Oper wird zum ersten Mal in Hildesheim aufgeführt, sie ist ein Beitrag des Theaters zum Lutherjahr und gleichzeitig das Abschiedsgeschenk von Generalmusikdirektor Werner Seitzer an sein Publikum. Doktor Faust ist der Mann der Wissenschaft, sein Gegenpol ist der Verführer Don Juan, der zu Beginn dieser Spielzeit auf der Hildesheimer Bühne erschien. Die Inszenierung von Uwe Schwarz wird beherrscht von einem schlichten Bühnenbild mit wenigen, kastenartigen Elementen und nur wenigen Requisiten. Doch durch farbiges Licht werden starke Akzente gesetzt und teilweise mythische Momente geschaffen. Dazu tragen auch die Projektionen von Zeichnungen, Schattenbildern oder Formeln an die Wände bei. Die Personen tragen im allgemeinen zeitlose Kostüme, die steife Atmosphäre am Hof der Herzogin von Parma, die Faust durch seine Beschwörungen von Liebespaaren verzaubert, wird durch Barockkostüme charakterisiert. Und die Szene, in der Faust in einen Religionsstreit zwischen katholischen und evangelischen Studenten in Wittenberg gerät, spielt in einem Hörsaal.

Die Premiere der Oper fand bewusst in der Osternacht statt, denn auch die eigentliche Handlung beginnt in dieser Nacht. Bevor Faust den Pakt mit Mephistopheles schließt, hört man Stücke der Osternachtmesse. Die Musik war gut auf die Sänger abgestimmt, besonders Faust und Mephistopheles sind mit Albrecht Pöhl und Hans-Jürgen Schöpflin hervorragend besetzt. Das Stück durchschreitet den Jahreskreis, denn es endet im Winter, wenn Faust auf einer Straße in Wittenberg tot zusammenbricht. Doch er sieht sich nur teilweise am Ende, denn das tote Kind, das ihm die Herzogin geschickt hat, geht als Jüngling davon und soll die Mission des toten Vaters fortsetzen.

Letzte Aufführungen in Hildesheim am 30.05., 5.6. und 9.6.17 jeweils um 19.30 Uhr im Stadttheater (s.a. www.tfn-online.de). (Heidemarie Zentgraf)

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