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Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

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  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
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    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
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Λ oben

200. Geburtstag von J. W. von Goethes 'Italienischer Reise'

Vor 200 Jahren erschien zum ersten Mal der zweibändige Reisebericht von Johann Wolfgang von Goethe, in dem er die Tagebücher seiner Reise in „das Land, wo die Zitronen blühn“ zusammengefasst hat. Goethe war zwischen September 1786 und Mai 1788 in Italien unterwegs und hielt seine Erlebnisse in Reisetagebüchern fest, die er später überarbeitete und die dann unter dem Titel „Italienische Reise“ zwischen 1813 und 1817 veröffentlicht wurden. Neben „Dichtung und Wahrheit“ gehört dieses Werk zu den wichtigsten autobiographischen Schriften des großen deutschen Dichters.

GoetheNachdem Goethe schon dreimal den Plan für eine Reise in den Süden wieder fallengelassen hatte, machte er sich kurz nach seinem 37. Geburtstag von Karlsbad aus auf den Weg. Anlass dürfte auch das ungeklärte Verhältnis zu Charlotte von Stein gewesen sein, denn er brach ohne Abschied von den Freunden früh am Morgen mit der Postkutsche auf. Und die meiste Zeit reiste er auch allein. Über München, Mittenwald und Innsbruck und den Brenner erreichte er via Bozen und Trient den Gardasee. In Norditalien besuchte er unter anderem Verona, Venedig und Perugia und erreichte am 1. November 1786 Rom: „Ja, ich bin endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt.“ Hier blieb er vier Monate und reiste dann mit dem Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein weiter nach Neapel, wo er sich fast fünf Wochen aufhielt und zweimal Exkursionen auf den gerade aktiven Vesuv unternahm. Dabei besuchte er auch die vom Vesuv verschütteten Städte Pompeji und Herculaneum und auch die antiken Tempel von Paestum. Dann segelte er mit dem Schiff nach Sizilien, wo er verschiedenste Städte besuchte, ehe er zurück über Neapel wieder nach Rom kam. Dort blieb er noch fast ein Jahr und machte immer wieder Ausflüge in die Umgebung. Außerdem widmete er sich dem Studium der Antike, praktischen Mal- und Zeichenübungen und seiner schriftstellerischen Arbeit. In dieser Zeit beendete Goethe seine „Iphigenie auf Tauris“ und den „Tasso“ und arbeitete an „Egmont“ und „Faust“. Erst nach Ostern 1788 machte er sich auf den Heimweg nach Weimar und besuchte u. a. Florenz, das er auf der Anreise aus Ungeduld, Rom sehen zu wollen, nur kurz gestreift hatte. Diese Stationen werden in der „Italienischen Reise“ nicht mehr beschrieben.

Goethe verfolgte verschiedene Interessen auf dieser Reise. So machte er naturwissenschaftliche Beobachtungen wie im „öffentlichen Garten unmittelbar an der Reede“ von Palermo, wo er nach der „Urpflanze“ suchte. Und nach zahlreichen Theaterbesuchen in Venedig rückten kulturelle Themen in den Vordergrund.

Sein künstlerisches und architektonisches Interesse galt vor allem der Antike, wie der Untertitel seines Werkes „Et in Arcadia ego“ (Auch ich in Arkadien) schon andeutet. Der Dichter betrachtete Italien als reales Arkadien, die Landschaft, die Generationen von Autoren vor ihm schon in ihren Werken beschworen hatten. Für die mittelalterliche und neuzeitliche Kunst interessierte er sich wenig. So besuchte er in Assisi nicht die von Giotto ausgemalte Grabeskirche San Francescos, sondern die Kirche Santa Maria sopra Minerva, die aus einem antiken Tempel hervorgegangen ist. Werke von Michelangelo und Raffael bewunderte er zwar, beschreibt sie aber nur unter ästhetischen Gesichtspunkten.

Kontakte zu Einheimischen werden nur gelegentlich erwähnt, obwohl Goethe die italienische Mentalität und Lebenskunst lobte und gern einiges davon übernehmen wollte. (Text: Heidemarie Zentgraf, Foto: Cornelia Graen)


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