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Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

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  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf

Λ oben

Erinnerungstafel an den Mord an italienischen Zwangsarbeitern enthüllt

Am 22. Juli wurde durch den Hildesheimer Sozialdezernenten Dirk Schröder und Markus Roloff von der VHS am Rathaus an der Ecke Rathausstraße in Anwesenheit des italienischen Generalkonsuls Flavio Rodilosso und weiterer Repräsentanten des öffentlichen Lebens und auch der DIG eine Erinnerungstafel an die Hinrichtungen auf dem Marktplatz 1945 enthüllt.Enthüllung der Erinnerungstafel

Die Tafel ist recht klein und enthält nur den Hinweis „Hinrichtungen im März 1945“ unter dem Titel „Spuren – Nationalsozialismus in Hildesheim“. Wer Näheres erfahren möchte, kann einen QR-Code scannen und wird ebenso wie auf der angegebenen Website zum Projekt „Vernetztes Erinnern“ der VHS geleitet. Neben dieser Tafel sind vom Arbeitskreis weitere 13 Stelen zum Nationalsozialismus in Hildesheim an entsprechenden Orten geplant, die erste wurde am selben Tag in der Fußgängerzone in Erinnerung an die Verdrängung jüdischer Bürger aus dem Wirtschaftsleben aufgestellt.

Die öffentlichen Hinrichtungen auf dem Marktplatz betrafen 30 bis 50 überwiegend italienische Zwangsarbeiter - ehemalige Soldaten und seit 1943 Militärinternierte - denen nach dem verheerenden Luftangriff vom 22. März 1945 unberechtigterweise Plünderungen vorgeworfen wurden. Sie hatten von Wehrmachtssoldaten bei Aufräumarbeiten die Erlaubnis erhalten, beschädigte Lebensmittelkonserven zum sofortigen Verzehr an sich zu nehmen.

Einige nahmen diese aber mit und wurden auf dem Weg in ihre Unterkunft von einer Streife festgenommen und der Gestapo übergeben, die sie am 26. und 27 März ohne weitere Anhörung hängte. Insgesamt wurden in diesen Tagen vor dem Einmarsch der US-Armee insgesamt 209 Personen, überwiegend ausländische Zwangsarbeiter, auf dem Marktplatz und an weiteren Orten exekutiert. Bisher erinnerte nur ein Denkmal auf dem Nordfriedhof an die Opfer. Der verantwortliche Gestapo-Chef Heinrich Huck wurde nach dem Kriege aus „Mangel an Beweisen“ freigesprochen.

Die DIG Hildesheim hatte sich seit langem für die Erinnerung an das furchtbare Geschehen eingesetzt, so mit Vorträgen von Markus Roloff 2013, der seine Masterarbeit über dieses Thema geschrieben hatte, sowie weiteren Vorträgen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte. Schon 1995 waren auf Initiative von DIGHi-Mitgliedern Überlebende und Angehörige der Opfer aus Italien für einige Tage in Hildesheim, was auch in der italienischen Presse ein wohlwollendes Echo gefunden hatte.

70 Jahre nach der Tat gibt es nun endlich auch einen Hinweis im öffentlichen Raum am Marktplatz. (Christian Vogel)

Anmerkung der Redaktion: Den Text zur Stele kann man auch auf der Website www.vernetztes-erinnern-hildesheim.de im Internet hören oder lesen, wenn man dem Pfad - Hildesheim - Orte - Marktplatz – folgt. (zen)

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