Unser Archiv

 
Unsere Vereinszeitschrift

Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

In diesem Archiv können Sie in ausgewählten Artikeln unserer Mitgliederzeitschrift stöbern. Einige sind im pdf-Dateiformat abgespeichert. Um sie lesen zu können, benötigen Sie z.B. einen "Acrobat Reader ©". Falls er auf Ihrem Rechner noch nicht installiert sein sollte, können Sie ihn über diesen Link herunterladen: http://www.adobe.com/de/

 
Leitung der Redaktionen

  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf

Λ oben

Documenta 14 in Kassel

Seit dem 10.06.2017 läuft in Kassel die documenta 14, die alle fünf Jahre stattfindet und jeweils 100 Tage dauert. Sie endet am 18.09.2017.

Die moderne Kunst ist auf mehrere Ausstellungsorte verteilt, Mittelpunkt ist das Fridericianum. Dort ist die Sammlung des Athener Nationalen Museums für Zeitgenössische Kunst zu sehen. In Athen selbst kann die Ausstellung zur Zeit aufgrund krisenbedingt fehlender finanzieller Mittel nicht gezeigt werden. Die documenta 14 findet in diesem Jahr an zwei Orten statt, Kassel und Athen. Von Athen lernen, so ist der Titel der documenta 14, wobei ich sagen muss, dass sich mir der Titel nicht so recht erschließt. Die Ausstellung in Athen ist bereits beendet, sie wurde im April eröffnet. Die teilnehmenden Künstler stellten in beiden Ausstellungsorten unterschiedliche Werke aus.

Die documenta 14 ist sehr politisch, wobei moderne Kunst ja oft den momentanen Zustand der Gesellschaft widerspiegelt. Der Besucher wird herausgefordert beim Betrachten der Kunstwerke und Installationen. Manches ist auch verstörend und erschließt sich dem Besucher nicht auf den ersten Blick. Die „Sicherheitszone“ verlassen und sich so neue Perspektiven erschließen, das ist eines der Ziele der Ausstellung. Und wie greift Kunst in mein Leben ein.

Es geht viel um Flucht und Vertreibung, Afrika ist ein großes Thema und auch die Globalisierung. Mich haben besonders die Bilder der Schweizer Künstlerin Miriam Cahn zum Nachdenken gebracht. Ihre Bilder schauen den Betrachter direkt an, sozusagen Auge in Auge. Das Thema ihrer Bilder ist: „Könnte ich sein“. Sie will deutlich machen, dass wir nicht auserkoren sind, in einem sicheren Land zu leben und Wohlstand zu genießen.

Ein anderes „Kunstwerk“ regt sehr zum Nachdenken an, wirkt aber auch verstörend. Es ist ein Vorhang aus vielen Rentier-Schädeln, die norwegische Künstlerin will auf die Minderheit der Samen (Lappen) aufmerksam machen, einem indigenen Volk, dem durch Dezimierung des Bestandes an Rentieren die Existenzgrundlage entzogen bzw. stark eingeschränkt wird.

Der Parthenon der Bücher der Argentinierin Marta Minijins vor dem Fridericianum ist das größte Kunstwerk der Ausstellung und quasi das Wahrzeichen der documenta 14. Es ist ein Mahnmal der Meinungsfreiheit. Tausende von Büchern, insgesamt 50.000, die verboten waren oder heute noch sind, bekleiden die Fassade. Als ich Mitte Juni dort war, war die Fassade noch nicht vollständig mit Büchern verkleidet, die Besucher waren aufgefordert, verbotene Bücher beizusteuern, die in einem großen Glaskasten gesammelt wurden.

Wer die gesamte Ausstellung besuchen will, braucht sicher drei ganze Tage. Manche Installationen sind frei zugänglich und über die Stadt verteilt, wie die 20 Betonröhren, die übereinander gestapelt an die Unterkünfte von Flüchtlingen in Patras erinnern und von Studenten der Kunsthochschule Kassel „wohnlich“ gestaltet wurden. „Wohnen“ kann man dort allerdings nur liegend und auf kleinstem Raum.

Mit der Verkleidung der Torhäuser mit Jutesäcken will der afrikanische Künstler Ibrahim Mahama auf die Nachteile der Globalisierung aufmerksam machen: Internationaler Handel, Politik, Abhängigkeiten, Profit sowie fehlende Wertschöpfung in den ärmeren Ländern. Die Säcke werden in Asien produziert und in Afrika verwendet, um z.B. Kakao zu transportieren. Sie haben weite Strecken zurückgelegt, Mahama hat die gebrauchten Säcke verwendet, um deutlich zu machen, „wie sich Krisen und Kapitalismus im Material absorbieren“.

Ich habe für diesen kurzen Beitrag nur einige Kunstwerke herausgegriffen, für mich hat sich der Besuch sehr gelohnt und ich werde noch ein zweites Mal dort hinfahren. Das Tagesticket kostet übrigens 22,00 €. (Cornelia Graen)

Weitere Informationen

 
Unsere Vereinszeitschrift

Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

In diesem Archiv können Sie in ausgewählten Artikeln unserer Mitgliederzeitschrift stöbern. Einige sind im pdf-Dateiformat abgespeichert. Um sie lesen zu können, benötigen Sie z.B. einen "Acrobat Reader ©". Falls er auf Ihrem Rechner noch nicht installiert sein sollte, können Sie ihn über diesen Link herunterladen: http://www.adobe.com/de/

 
Leitung der Redaktionen

  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf