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Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

In diesem Archiv können Sie in ausgewählten Artikeln unserer Mitgliederzeitschrift stöbern. Einige sind im pdf-Dateiformat abgespeichert. Um sie lesen zu können, benötigen Sie z.B. einen "Acrobat Reader ©". Falls er auf Ihrem Rechner noch nicht installiert sein sollte, können Sie ihn über diesen Link herunterladen: http://www.adobe.com/de/

 
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  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf

Λ oben

Zur Erinnerung an Dario Fò

Am 13.10.2016 starb der italienische Autor, Regisseur und Schauspieler Dario Fò im Alter von 90 Jahren in Mailand. Geboren war er in Sangiano am Lago Maggiore, sein Vater war Bahnhofsvorsteher und Amateurschauspieler, und bedingt durch seinen Beruf zog die Familie oft um. Dario lernte schon als Junge das Geschichtenerzählen von seinem Großvater, der Fischer und Glasbläser war.

1940 wollte Dario an der Kunsthochschule Brera in Mailand studieren, doch der zweite Weltkrieg durchkreuzte seine Pläne. Seine Familie war im antifaschistischen Widerstand tätig und er half seinem Vater, Flüchtlinge in die Schweiz zu schmuggeln.

Nach Abschluss des Studiums engagierte sich Fò in der Bewegung der „piccoli teatri“ und präsentierte improvisierte Einpersonenstücke. Ab 1950 gehörte er zum Ensemble Franco Parentis und heiratete 1954 die Schauspielerin Franca Rame. Zu der Zeit übernahm er die Radioschau „Cocorico“ für die RAI und schrieb 18 satirische Monologe, in denen er biblische Themen politisch interpretierte. Daraufhin wurde die Sendung trotz Erfolg beim Publikum abgesetzt.

Mit seiner Frau arbeitete er dann am Piccolo Teatro in Mailand und schrieb Drehbücher für den Film. 1968 gründeten die beiden in Mailand das Theaterkollektiv „La Comune“, mit dem sie politische und gesellschaftskritische Stücke aufführten.

Immer wieder eckte der Schauspieler mit seinen satirischen oder politischen Auftritten bei der Obrigkeit an und wurde auch mehrfach auf offener Bühne verhaftet. So erschien er in vielen Prozessen und Kontroversen mit dem italienischen Staat und dem Vatikan.

Der Autor war für seinen Sprachwitz bekannt und galt auch als „Polit-Clown“. Auf der Bühne verkörperte er lüsterne Päpste, skurrile Politiker und wortgewaltige Trunkenbolde. Sein internationaler Durchbruch gelang ihm 1960 mit der Komödie „Gli archangeli non giocano a flipper“.

Später setzte sich Fò auch kritisch mit der Mitte-Rechts-Regierung von Silvio Berlusconi auseinander und gehörte zu den prominentesten Unterstützern des Komikers und Politikers Beppe Grillo und seiner Bewegung „Cinque Stelle“.

1997 erhielt Dario Fò den Literaturnobelpreis für sein außergewöhnliches Talent und seine politische und soziale Theaterarbeit. Diese Auszeichnung wurde genau so zwiespältig aufgenommen wie der Literaturnobelpreis für Bob Dylan in diesem Jahr. Auffälligerweise wurde diese Nachricht an dem Tag verkündet, an dem auch der Tod von Dario Fò bekannt wurde. Ist das Zufall? (Heidemarie Zentgraf)

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