Unser Archiv

 
Unsere Vereinszeitschrift

Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

In diesem Archiv können Sie in ausgewählten Artikeln unserer Mitgliederzeitschrift stöbern. Einige sind im pdf-Dateiformat abgespeichert. Um sie lesen zu können, benötigen Sie z.B. einen "Acrobat Reader ©". Falls er auf Ihrem Rechner noch nicht installiert sein sollte, können Sie ihn über diesen Link herunterladen: http://www.adobe.com/de/

 
Leitung der Redaktionen

  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf

Λ oben

750 Jahre Dante Alighieri

Vor 750 Jahren wurde Dante Alighieri in Florenz geboren. Er gilt heute als Begründer der italienischen Literatursprache, denn mit seiner Divina Commedia schrieb er Geschichte. Dieses Werk begündete seinen Ruf als bedeutendster Dichter des europäischen Mittelalters.

Dantes Geburtsdatum ist nicht genau bekannt, nach den Angaben in der Divina Commedia war er in der Karwoche 1300 ungefähr 30 Jahre alt und wurde im Sternzeichen der Zwillinge geboren. Doch es ist belegt, dass er am 26.3.1266 auf den Namen Durante getauft worden ist. Seine Familie gehörte dem guelfisch gesinnten Stadtadel von Florenz an, sein Vater Alighiero II. war u.a. Geldverleiher, doch Dante hat seine Eltern in seinem Werk nicht erwähnt, ebensowenig wie seine Frau Gemma di Manetto Donate und seine vier Kinder Pietro, Giovanni, Jacopo und Antonia.

Literarisch belegt dagegen ist seine Beziehung zu einer jungen Frau namens Beatrice, die er im Alter von 9 Jahren zum ersten Mal traf. Sie bestimmte sein weiteres Leben und Schaffen über ihren frühen Tod hinaus und er verewigte sie im Stil der provenzalischen Troubadoure, ohne ihre wirkliche Identität zu enthüllen. Seit Boccaccio glaubt man, dass es sich bei ihr um Bice Portinari handelt, die Tochter des reichen Tuchhändliers Folco Portinari.

Es ist auch unbekannt, wo Dante Alighieri seine ungewöhnliche Bildung und Gelehrsamkeit erworben hat. Sein Stil und die Machart seiner lateinischen Werke legen es nahe, dass er eine Universität besucht hat, eventuell die Lehrstätten der Dominikaner und Franziskaner in Florenz.

Dantes Leben war durch die aktuellen politischen Auseinandersetzungen in seiner Heimatstadt bestimmt. Er war Mitglied in verschiedenen politischen Gremien wie dem Rat des Capitano del Popolo und dem Rat der Hundert. Doch dann geriet er in den politischen Kämpfen zwischen den Ghibellinen, die den Kaiser unterstützten, und den Guelfen, die auf der Seite des Papstes standen, zwischen die Fronten und wurde deshalb 1302 aus der Stadt verbannt. Er sollte sie auch nicht wiedersehen.

Die Jahre des Exils sind in Dantes Werken belegt, daraus kann man schließen, dass er sich vorwiegend in Ober- und Mittelitalien aufhielt. Nach dem Tod Heinrich VII., auf den er große Hoffnungen gesetzt hatte, zerschlugen sich seine politischen Träume. Ab 1318 lebte er am Hofe von Guido Novello da Polenta in Ravenna. Für ihn war er auch diplomatisch tätig bis zu seinem Tode in Ravenna am 14.9.1321. Dort wurde er auch begraben. Trotz mehrerer Anfragen war es seiner Heimatstadt nicht möglich, seine sterblichen Überreste nach Florenz zu überführen. Heute gibt es dort ein Kenotaph in Santa Croce in Form eines Grabes, das jedoch leer ist.

Dante schöpfte die Anregungen für seine Werke aus der Theologie, Philosophie und den Artes liberales seiner Zeit. Er bezieht sich auf Vorbilder in der provenzalischen, altfranzösischen und lateinischen Dichtung. Doch er ist auch sehr eigenständig im sprachlichen und poetischen Ausdruck. Dabei stellt er wie kein anderer Dichter vor ihm seine eigene Person als Liebender und Leidender, als Irrender und Lernender in den Mittelpunkt seiner Werke. Und er erhebt den Anspruch, dem Leser, der politischen Gesellschaft und auch der Kirche seiner Zeit einen Spiegel vorzuhalten und Möglichkeiten zur Besserung aufzuzeigen.

Ein paar Werke Dantes sind noch zu erwähnen. Die Rime entstanden seit 1283, es sind lyrische Liebesgedichte in Anlehnung an die okzitanische Dichtung der Troubadoure. Damals entwickelte Dante zusammen mit jüngeren Dichtern wie Guido Cavalcanti und Cino da Pistoia den sogenannten Docle Stil Novo.

Die Vita Nova (1292-1295) stellt sich als biographische Erzählung dar und beschreibt die inneren Wandlungen, die der Erzähler nach seiner ersten kindlichen Begegnung mit Beatrice durchlebt hat. Es handelt sich um eine aus Prosa- und Verstexten gebaute Komposition.

De vulgari Eloquentia (ca. 1304) ist eine unvollendete Abhandlung über den Gebrauch der gesprochenen Sprache in Gedichten im tragischen Stil.

Das bekannteste Werk Dantes, die Divina Commedia (1307-1320) erhielt ihren Beinamen „Divina“ erst von Boccaccio, der sie für ein „göttliches Gedicht“ hielt. Das Werk schildert die Reise des Dichters durch die Hölle (Inferno) über den Läuterungsberg (Purgatorio) bis ins Paradies (Paradiso). Dante wird begleitet von Vergil, seinem Dichtervorbild, und im Paradiso trifft er auf Beatrice. Die Wanderer treffen auf ihrem Weg auf bekannte Gestalten der Mythologie, Literatur und Geschichte, die Dante je nach Verdienst in einem dieser Orte platziert.

Kein anderer Dichter vor und nach Dante wurde so oft, so umfangreich und so aufwändig kommentiert. Das begann schon kurz nach seinem Tode, als besonders die Divina Commedia interpretiert und kommentiert wurde. Daran hatte im 14. Jahrhundert besonders Boccaccio mitgewirkt. Heute kann man Dantes Konterfei auch auf der italienischen 2-Euro-Münze finden und viele Deutsch-Italienische Gesellschaften haben sich nach ihm benannt.

In der DIG Hi wird das Dante-Jahr am 20.11. thematisiert, wenn Dr. Eckhard Kloehn aus Ratzeburg zum Thema „Die Hölle ist kein Ort, sondern ein Zustand des Gemüts“ referiert.

Einen kurzen Ausschnitt aus der Divina Commedia finden Sie auch auf S. 6 dieser Zeitung in der „Italienischen Sprachecke“.

Für alle, die noch etwas mehr davon lesen möchten, hier der Beginn der Commedia im Original:

Nel mezzo del cammin di nostra vita
mi ritrovai per una selva oscura,
ché la diritta via era smarrita.

Ahi quanto a dir qual era è cosa dura
esta selva selvaggia e aspra e forte
che nel pensier rinova la paura!

Tant'è amara che poco è piú morte;
ma per trattar del ben ch'i'vi trovai,
dirò de l'alte cose ch'i' v'ho scorte.

Io non so ben ridir com'i' v'intrai,
tant'era pien di sonno a quel punto
che la verace via abbandonai.

Inferno, Canto I

(aus: Dante Alighieri, La Divina Commedia

Piccola Biblioteca Einaudi, Torino 1975)

(Heidemarie Zentgraf)

Weitere Informationen

 
Unsere Vereinszeitschrift

Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

In diesem Archiv können Sie in ausgewählten Artikeln unserer Mitgliederzeitschrift stöbern. Einige sind im pdf-Dateiformat abgespeichert. Um sie lesen zu können, benötigen Sie z.B. einen "Acrobat Reader ©". Falls er auf Ihrem Rechner noch nicht installiert sein sollte, können Sie ihn über diesen Link herunterladen: http://www.adobe.com/de/

 
Leitung der Redaktionen

  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf