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Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

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Leitung der Redaktionen

  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf

Λ oben

Adler und Orchideen - Natur und Kultur : 10 Jahre OVH-Fahrten in die Abruzzen

„Abruzzen – wo ist das denn?“ Ganz einfach: Mitten in Italien, östlich von Rom an der Adria.

„Und warum fahrt Ihr da immer wieder hin?“

Regelmäßig bekomme ich diese Fragen zu hören; wer kennt schon die Abruzzen?

Wenn der Ornithologische Verein zu Hildesheim (OVH) Exkursionen anbietet, steht selbstverständlich die Natur im Mittelpunkt des Interesses, nicht nur Vögel und seltene Blumen. Die natürliche Vielfalt der Abruzzen an Arten und Lebensräumen ist ganz ungewöhnlich. In der Region, nur etwa so groß wie Südniedersachsen, wurden 75 % aller europäischen Pflanzen- und Tierarten nachgewiesen – ein Eldorado für Naturbeobachter. Vier mächtige Gebirgsstöcke, alle als National- oder Regionalpark ausgewiesen, erreichen im Gran Sasso mit 2912 m nahezu Zugspitzhöhe; sie machen allein schon ein Drittel der Regionsfläche aus. Das sehr bewegte Relief des Hügel-landes umgibt das Hochgebirge von ca. 1000 m bis 300 m üNN, nur der Küstenstreifen und die Flusstäler, ein knappes Drittel der Region, sind dichter besiedelt und werden intensiv landwirtschaftlich genutzt.

Seit 2008 hat der OVH Jahr für Jahr zu Reisen in kleinen Gruppen eingeladen. Mit jeweils 8 bis max. 15 Teilnehmern waren wir im Mai oder Juni an 8 bis 11 Tagen unterwegs, überwiegend im Gebirge und im Hügelland, so dass wir von der Schneeschmelze bis in den Frühsommer hinein alle Aspekte der sich entfaltenden Flora erlebt haben, dazu natürlich auch die Vogelwelt, Falter, Heuschrecken, Pilze u.a.m.

So manche Beobachtung bleibt unvergesslich, etwa der Schwarze Apollo vor der Kamera, während gleichzeitig ein junger Steinadler ganz niedrig über den Fotografen hinweggleitet.

In den ersten Jahren haben wir uns im Parco Nazionale della Majella bewegt; ab 2014 dann im Nationalpark des Gran Sasso und im Sirente-Velino-Massiv; schließlich kam 2017 der Parco Nazionale d’Abruzzo hinzu.

Ornithologen freuen sich immer, wenn sie Arten beobachten können, denen sie zu Hause kaum je begegnen. Steinadler, Wanderfalke und Lanner gehören dazu, ebenso Schneefink, Felsenschwalbe am Nest, Felsentaube und Alpendohle; auch in den Abruzzen sind sie selten, doch wir haben sie zu unserer Freude angetroffen, wenn auch nur wenige Male.

Botaniker haben es leichter; von den 3400 Pflanzensippen der Abruzzen haben wir in den zehn Jahren immerhin 1100 gesehen, darunter viele Endemiten, d.h. Arten, die nur hier vorkommen, z.B. das Bleiche Zymbelkraut und die Majella-Hundszunge. Es sind eindrucksvolle Bilder, die nach Tausenden zählenden „Felder“ von Krokus, Holunderknabenkraut und Narzissen, die üppigen Bestände von Pfingstrosen, Weißem Affodill und Alpenveilchen – solche Erlebnisse vergisst man nicht.

Bei aller Begeisterung für die Natur: Es wäre geradezu unverantwortlich, auf einer Abruzzen-Reise Kultur, Landschaft und Geschichte zu vernachlässigen.

Burg von RoccascalegnaRömische Ruinen, mittelalterliche Burgen und romanische Kirchen mitten in einer eindrucksvollen Landschaft, Spuren der Erdbeben und vielfältige Natur – alles ist hier zugleich zu erleben. Was ist spannender – die „abenteuerliche“ Lage der Burg von Roccascalegna (s. Foto) oder die Felsflora darunter? In Alba fucens und Peltuinum, alten Römerstädten, verbinden sich Geschichte und Natur: Orchideen und Schmetterlinge überall zwischen den Ruinen.

Sulmona, Geburtsort Ovids, die wunderbaren Klosterkirchen von San Clemente und Santa Maria in Valle Porclaneta sind Zeugen einer reichen Geschichte und Kultur. Nicht zu vergessen die hervorragende regionale Küche, der exzellente Montepulciano d’Abruzzo mit Weinprobe, nicht in einem Großbetrieb, der halb Deutschland beliefert, sondern in der Cantina eines kleinen Familienbetriebs, die herzliche Gastfreundschaft der Abruzzesen....

„Und warum fahrt Ihr da immer wieder hin?“

Antwort eines „Wiederholungstäters“: „Ich weiß es nicht, aber ich würde wieder mitkommen.“

(Foto und Text: Bernd Galland, OVH)

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