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Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

In diesem Archiv können Sie in ausgewählten Artikeln unserer Mitgliederzeitschrift stöbern. Einige sind im pdf-Dateiformat abgespeichert. Um sie lesen zu können, benötigen Sie z.B. einen "Acrobat Reader ©". Falls er auf Ihrem Rechner noch nicht installiert sein sollte, können Sie ihn über diesen Link herunterladen: http://www.adobe.com/de/

 
Leitung der Redaktionen

  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf

Λ oben

Claudio Abbado - Ein großer Dirigent unserer Zeit

Am 20. Januar 2014 ist Claudio Abbado im Alter von 80 Jahren in Bologna gestorben. Er war nicht nur ein großer Musiker, sondern auch ein Förderer der Musik. Geboren wurde er 1933 in Mailand, beide Eltern waren Musiker. Schon früh wurde sein Talent entdeckt, er galt als hochbegabt. Abbado studierte in Mailand zunächst Orgel, er widmete sich zuerst der Klavier- und Orgelmusik, befasste sich mit Komposition und war sehr am Dirigieren interessiert. In Siena lernte er bei einem Dirigierkurs Zubin Mehta und den damals noch sehr jungen Daniel Barenboim kennen.

Durch Zubin Mehta kam er nach Wien zu Hans Swarowsky, um hier weiter zu studieren. Abbado bewarb sich in einem Chor, vor allem um das Dirigieren namhafter Musiker, wie Karajan, zu studieren. Zubin Mehta erzählte in einem Interview, dass Karajan die beiden jungen Chorsänger (ihn und Abbado) einmal aus dem Chor regelrecht hinauswarf. Gott sei Dank hinterließ es bei beiden keine negativen Spuren.

Bereits mit 25 Jahren wurde Claudio Abbado in einem Dirigierwettbewerb ausgezeichnet. Er plante zunächst nicht den Schwerpunkt auf das Dirigieren zu legen, sondern widmete sich vorerst der Kammermusik. Der Kammermusik blieb er immer verbunden, er war der Meinung, dass nur ein guter Kammermusiker auch ein guter Orchestermusiker sei.

Doch im Laufe der folgenden Jahre wurde dann doch das Dirigieren zu seiner Passion. In der Mailänder Scala, deren musikalischer Leiter er dann später auch wurde, dirigierte er regelmäßig.

Weitere Stationen waren das London Symphony Orchestra, die Wiener Staatsoper und viele namhafte Orchester. Bereits 1966 arbeitete er mit den Berliner Philharmonikern zusammen. Nach dem Tod von Karajan 1989 wählten diese ihn dann zu ihrem künstlerischen Leiter. Nach dem doch autoritären Führungsstil Karajans war die Zusammenarbeit jetzt gleichberechtigt, schon bei den ersten Proben machte sich dieser neue Stil bemerkbar: „Ich bin Claudio, …für alle“. Daran mussten sich vor allem die älteren Musiker erst gewöhnen.

Die Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern endete 2002. Im Jahr 2000 erkrankte Claudio Abbado an Magenkrebs, diese schwere Krankheit hat ihn sehr gezeichnet.

Trotzdem nahm er eine neue Herausforderung an: Die Förderung junger Musiker, die ihm immer am Herzen lag. Er gründete verschiedene Orchester wie das Mahler Chamber Orchestra, das Chamber Orchestra of Europe, daraus gingen dann das Lucerne Festival Orchestra (2003) und das Orchestra Mozart in Bologna hervor.

Jedes Jahr im Frühjahr und Sommer musizierten die jeweils besten Musiker zusammen beim Lucerne Music Festival.

Mit diesem Orchester habe ich Claudio Abbado 2008 im Wiener Musikverein erlebt. Gespielt wurde ein komplett russisches Programm: Rachmaninows 2. Klavierkonzert mit Hélène Grimaud als Solistin, „The Tempest“ von Tschaikowsky (nach „Der Sturm“ von Shakespeare) sowie der „Feuervogel“ von Stravinsky. Nach großem Applaus, als das Orchester das Podium bereits verlassen hatte, kehrte Claudio Abbado noch einmal zurück und nahm bescheiden, fast demütig den Applaus entgegen. Das hat mich sehr beeindruckt. Und das Stück „The Tempest“, das ich vorher nicht kannte, höre ich seitdem besonders gern.

Vor kurzem war ich in Berlin, in der Philharmonie gibt es im oberen Foyer eine kleine Ausstellung, die an Claudio Abbado und seine Zeit in Berlin erinnert. Den Philharmonikern blieb er treu, jedes Jahr im Mai kehrte er für einige Konzerte zurück. Auch für Mai 2014 standen die Termine mit Claudio Abbado bereits fest. Diese Termine übernimmt nun Sir Simon Rattle. Dann wird man sich besonders an diesen großen Dirigenten erinnern, viele der Musiker haben unter und mit ihm musiziert. 
(Cornelia Graen)

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