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Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

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    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf

Λ oben

Il Ponte 15. Jg Nr. 3: Oktober 2010

 

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Wird aus Partnerschaft Dreiecksbeziehung?
Gedanken zu 10 Jahren Pavia-Hildesheim

Fast jeder von uns kennt das im Alltagsleben:

Nach ungefähr 10 Jahren Partnerschaft stellt man sich grundlegende Fragen. Wie hat eigentlich alles mal angefangen? Waren es schöne Jahre? Hat es sich gelohnt? Sollte man weitermachen? Ist es besser, nach etwas Anderem Ausschau zu halten? Oder noch besser, eine Dreiecksbeziehung zu beginnen?

Selbstverständlich findet jeder auf diese Fragen ganz persönliche Antworten. Wir können natürlich in der „Ponte“ keine Antworten auf banale Dr.-Sommer-Fragen geben. Aber vielleicht ein paar Antworten zu 10 Jahren Partnerschaft mit Pavia versuchen – der norditalienischen Perle am Ticino.

Informell hat alles angefangen mit kirchlichen Kontakten. Die unsinnige Aufteilung des Epiphanius auf Hildesheim und Pavia sollte wenigstens der Anlass sein, wieder zusammenzubringen, was vielleicht doch ein bisschen zusammengehört. Und im Expo-Jahr 2000 wurde schließlich die offizielle Städtepartnerschaft besiegelt. Und alle, die bisher irgendwie mit Pavia zu tun hatten, werden bestätigen: Es waren schöne Jahre mit vielen Erlebnissen und der Entstehung zahlreicher Freundschaften. Und so etwas ist sicher schon Lohn genug. Können Sie sich übrigens noch erinnern, als Hildesheim bei der Hochwasserkatastrophe im Oktober 2000 der Partnerstadt sehr geholfen hat?

10 Jahre Partnerschaft zwischen Städten sind eigentlich lächerlich wenig. Da muss man geradezu weitermachen. Es braucht länger, bis sie in den Köpfen der meisten Bürger angekommen ist. Um sich nicht zu sehr abzulenken, darf man dann natürlich nicht gleichzeitig nach etwas Anderem (oder Besserem?) Ausschau halten. Aber ich bin sicher: Das tut in diesem Fall auch keiner.

Bleibt höchstens noch die Frage nach einer möglichen Dreiecksbeziehung. Und da konnten die Pavia-Fans vor kurzem nur etwas neidisch auf 45 Jahre Partnerschaft mit Angoulême blicken. Anfang September wurde bekanntlich auf Hildesheims Lilie (und bei einigen offiziellen Anlässen) ein Partnerschaftsfest gefeiert. Wahrscheinlich ist es eine tolle und immer wieder erfolgreiche Taktik, die Menschen durch leibliche Genüsse einander näher zu bringen. Und so konnten die Hildesheimer viele Spezialitäten aus und um Pavia und Angoulême kosten. Mir hat übrigens der französische Käse mit den passenden italienischen Weinen und einem heimischen Sauerkrautbrot am besten gefallen.

Und noch etwas gefällt mir natürlich in eigener Sache: Durch die Kontakte von Schülergruppen aus den 3 Städten ist ein Reiseheft entstanden, das dreisprachig Eindrücke von Besuchen in der jeweiligen Partnerschaft festgehalten hat. Eine römische, in Angoulême arbeitende Comic-Zeichnerin hat alles illustriert. (Man kann das Heft in Hildesheims Tourist-Info kaufen.)

Durch den vom Rathaus angeregten und von uns vermittelten Besuch der italienischen Schüler in Angoulême ist die südfranzösische Stadt mittlerweile auch in Pavia bekannter geworden. Und siehe da: Italiener und Franzosen wollen sich zukünftig noch näher kennen lernen. Die klassische Dreiecksbeziehung könnte entstehen. Ganz ehrlich: Ich würde mitmachen und versuchen, überhaupt nicht eifersüchtig zu sein. Aber das haben schon viele gedacht! Im Fall der 3 Städte Hildesheim-Pavia-Angoulême bin ich aber ganz optimistisch. Ich treffe mich jedenfalls bald mal mit neuen Freunden aus Angoulême – verspreche aber: Das geschieht rein platonisch, die alte Liebe zu Pavia hat natürlich Priorität…

(Hans-Jürgen Blasig)

 

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Opernfahrt mit der DIGH nach Schwerin

 

Oper in SchwerinAn dem wohl temperaturmäßig heißesten Wochenende dieses Sommers machte sich eine kleine Gruppe von Opernfreunden der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Hildesheim vom 8.-10. Juli auf den Weg nach Schwerin.

Im Rahmen der diesjährigen Schlossfestspiele stand eine Aufführung von Verdis "Die Macht des Schicksals" (La Forza del Destino) auf dem Programm.

Per Zug (pünktlich und klimatisiert) erreichten wir am Nachmittag Schwerin.

Wir kamen unter im Hotel Elephant im Zentrum von Schwerin, der Standort war günstig, wir konnten alle Sehenswürdigkeiten in wenigen Minuten erreichen. Ein kleiner Nachteil war, dass manche Zimmer etwas laut waren, was aber eigentlich kein Problem war. Das Hotel selbst hat eine schöne Atmosphäre, früher war es einmal eine Zigarettenfabrik, die Rezeption erinnert an ein Kontor, es gibt einen schönen Innenhof mit Tischen, an dem wir dann unser Frühstück (sehr gut) einnahmen.

Die Reise war gut organisiert, von Heidemarie Zentgraf ist man das ja auch gewohnt.

Nach einem ersten kleinen Stadtrundgang verbrachten wir einen schönen Abend auf der Seeterrasse des Restaurants „Wallenstein“ am Schweriner See. Von dort aus konnten wir den nahe gelegenen Zuschauerraum der Schlossfestspiele einsehen. Am Freitagabend sind doch Plätze leer geblieben. Mag es am Programm liegen, an den Preisen, aber es gibt inzwischen ja eine Vielzahl von Open-Air-Angeboten. Außerdem ist Verdis "Die Macht des Schicksals" auch keine leichte Kost.

Für den Samstagvormittag stand ein umfassender Stadtrundgang auf unserem Programm. Trotz großer Hitze folgten wir unserem Stadtführer durch Schwerin und lernten eine wirklich sehenswerte und schöne Stadt kennen, die unbedingt eine Reise wert ist.

Im Schlossgarten machten wir dann eine wohlverdiente längere Pause. Eine wirklich sehr große Anzahl von 1-Liter-Flaschen Mineralwasser wurde von den Kellnern gebracht und wieder abgeräumt. Wasser und Schatten waren die einzigen brauchbaren Gegenmittel bei der großen Hitze.

Um für den großen Opernabend einigermaßen fit zu sein, war für den Nachmittag kein Programm vorgesehen.

Vorher war ja auch im Weinhaus Wöhler ein Abendessen geplant. Gestärkt durch ein Drei-Gänge-Menü machten wir uns dann auf dem Weg zur Oper. Bei Oper in Schwerin 2den hohen Temperaturen war es ein Segen, dass die Aufführung erst um 21 Uhr begann. Die Vorstellung am Samstag war gut besucht und die wunderbare Kulisse im Alten Garten ließ auf einen stimmungsvollen Musikabend hoffen.

Diese Kulisse eignet sich sehr gut für eine Inszenierung einer großen dramatischen Oper, und für "Die Macht des Schicksals" allemal. Die Bühne ist quasi zweigeteilt, links der Treppenaufgang zum Museum, hier spielen die Szenen im Kloster, rechts die Kulissen des Kriegschauplatzes.

Es ist eine große Bühne mit viel Platz für große Szenen, für Chöre, Statisten, rasante Verfolgungsjagden mit Kutsche und echten Pferden, für Feuerwerk und Böllerschüsse. "Schwer ruht auf mir die Macht des Schicksals" singt Don Alvaro, der Hauptprotagonist der Verdi-Oper. Die Häufung von Unglücksfällen in dieser Oper würde locker für 2 - 3 weitere Opern reichen.

Noch dunkler als die Geschichte von verletzter Familienehre, von verbotener Liebe, Blutrache, Fluch, Flucht und Tod, ist nur eine andere Verdi - Oper, Simone Boccanegra, die wir vor einiger Zeit in Braunschweig sahen.

In "Die Macht des Schicksals" wechseln die Handlungsorte schnell, eben noch eine Szene in der Stille des Klosters, dann wieder der Lärm des Krieges. Verdi schrieb über diese Oper einmal an einen Freund: "Es ist nicht wichtig, dass die Sänger etwas über Koloraturen wissen, sie müssen eine Seele haben, die Worte verstehen und sie ausdrücken." Ich denke dabei an die eindrückliche Arie der Leonora: „Pace, Pace“.

Aufgrund der zurückgehenden Besucherzahlen meinen nun Kritiker, die schweren Opern Verdis zögen nicht genügend Publikum nach Schwerin zu den Schlossfestspielen. Aber deswegen nun nur Leichtes und Seichtes auf die Bühne bringen? Vielleicht täte eine Abwechslung gut, oder ein Nebeneinander von Oper und z. B. Musical oder auch Komischer Oper.

Ganz auf die großen Opern von Verdi, Puccini etc. zu verzichten, das halte ich für einen Fehler.

Oper in Schwerin3Uns von der DIGH hat die Oper jedenfalls gut gefallen.

Nach so einem schönen Musikabend, der erst nach Mitternacht zu Ende war, ließen wir es am Sonntag langsam angehen. Nach einem guten Frühstück im Garten des Hotels besuchten wir das Staatliche Museum mit einer umfangreichen Barlach - Sammlung und das Schweriner Schloss. An diesem Sonntag wurde in Schwerin die höchste Temperatur in ganz Deutschland gemessen, weit über 30 Grad C. Trotzdem haben wir den heißen Sonntag gut überstanden.

Bevor es zurück nach Hildesheim ging, unternahmen wir noch eine ausgiebige Schiffstour auf dem Schweriner See und beschlossen unseren Schwerinaufenthalt auf der wunderschönen Seeterrasse des „Wallenstein“, direkt neben dem Schiffsanleger mit Blick auf das Schloss.

Ein wenig müde, aber voller schöner Eindrücke kehrten wir nach Hildesheim zurück, mit einiger Verspätung. Leider kriegt die Bahn ja nicht immer alles hin, aber immerhin funktionierte die Klimaanlage, was an diesem Wochenende ja nicht selbstverständlich war.

Wer Fotos auf CD haben möchte, der melde sich bitte bei mir. Entweder telefonisch unter 132369 (AB).

(Text u. Fotos: Cornelia Graen)

 

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Hildesheim – Angoulême – Pavia
Carnet de voyage

 

Aus Anlass der Partnerschaftsjubiläen von Hildesheim mit Angoulême und Pavia gab es einen dreiseitigen Schüleraustausch. Die Schüler hielten ihre Eindrücke schriftlich in einem dreisprachigen „Reisetagebuch“ fest. Sie wurden begleitet von der italienischen Zeichnerin Valentina Principe, die im „Maison des Auteurs“ in Angoulême arbeitet.

Die Arbeit begann im November 2009, als Schüler des Lycée Guez de Balzac aus Angoulême Hildesheim besuchten. Sie eroberten die Stadt auf einer Rallye und erhielten viele Informationen. Besonders gefallen haben ihnen die Kirchen, die Cafés und der Weihnachtsmarkt. Und St. Michaelis wurde genau wie die Kathedrale St. Pierre gerade renoviert. Auch ein Ausflug nach Alfeld zum Fagus-Werk stand auf dem Programm der jungen Franzosen.

Im März 2010 fuhren im Gegenzug 4 Schülerinnen aus Pavia vom Istituto Tecnico Comerciale Turistico A. Bordoni nach Angoulême. Sie lebten dort in zwei Familien, und Mitglieder des „Comité des Jumelages“ zeigten ihnen die Stadt. Besonders bewunderten sie die „Murs peints“ (eine Open-Air Comic-Galerie an Hauswänden) und das Comic-Museum, das einmalig ist. Die Kirche St. Pierre erinnerte sie mit ihrer Darstellung des Jüngsten Gerichts an San Michele in Pavia.

Anfang Juni dieses Jahres schließlich fuhr eine Gruppe der Friedrich-List-Schule aus Hildesheim nach Pavia. In ihrem Bericht erklären die Schüler auch die Entstehung der Partnerschaft zwischen den beiden Städten. Und sie rühmen die italienischen Bars und ihren Café und die schöne alte Universität.

Die Illustrationen von Valentina Principe sind teils farbig, teils schwarz-weiß und zeigen Sehenswürdigkeiten der drei Städte. Ich habe sie mit Freude betrachtet und viel wieder erkannt. Und wer noch nicht in unseren Partnerstädten war, bekommt Lust auf einen Besuch. Die Texte sind locker geschrieben und einige charmante Übersetzungsfehler bringen den Leser zum Schmunzeln.

Das „Carnet de Voyage“ gibt es in der Tourist-Information am Marktplatz für 15 Euro zu kaufen. Vielleicht schon ein Geschenktipp für Weihnachten??

(H. Zentgraf)

 

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Ausstellungstipp:
Die Staufer und Italien

Vom 19.9.2010 bis 20.2.2011 findet zu diesem Thema eine große kulturgeschichtliche Sonderausstellung in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim statt. Sie wird organisiert, in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg, der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und der Verwaltung der Staatlichen Gärten und Schlösser in Hessen. Im Mittelpunkt steht das bedeutendste europäische Herrschergeschlecht des 12. und 13. Jahrhunderts. Die neun staufischen Herrscher von Konrad II (1138 – 1152) bis Konradin (1262 – 1268) prägten die Geschichte des Hochmittelalters entscheidend. Von schwäbischen Herzögen stiegen sie auf zu römischen Königen und Kaisern und standen damit an der Spitze der mittelalterlichen Hierarchie. Als normannische Könige und Erben des Königreichs Jerusalem beherrschten sie zeitweise weite Teile des christlichen Abendlandes. Die Ursprünge dieses Herrschergeschlechts liegen jedoch im Dunkeln. Diese Ausstellung in Mannheim will den Wurzeln der Staufer im 11. Jahrhundert ebenso nachspüren wie ihrem Aufstieg zur höchsten Macht. Doch auch der Fall in die Vergessenheit in den nachfolgenden 2 Jahrhunderten wird untersucht.

Dabei wird die Ausstellung auch die Bedeutung Italiens und das Streben nach antiken Vorbildern durch die Staufer untersuchen.

Die Schau widmet der Erinnerung an die Staufer aus verschiedenen Perspektiven. Die offizielle Erinnerung wurde von den Familien an Orten wie Lorch, Speyer oder Palermo aktiv gesteuert. Dem wird die Erinnerung der nachfolgenden Generationen gegenübergestellt, die nicht immer positiv war.

Die Ausstellung in Mannheim ist täglich von Montag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet, Eintritt: Erwachsene 12 Euro, Begünstigte 8 Euro. Es werden auch Gruppenführungen angeboten für 60 Euro zzgl. Eintrittskosten.

Einzelheiten zur Ausstellung finden Sie auch im Internet unter www.staufer2010.de. (H. Zentgraf)

 

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Buchtipp:
Das Haus der Häuser

Andrea Giovene, 1904-1994, Sohn einer neapolitanischen Adelsfamilie, veröffentlichte „Das Haus der Häuser“ als abgeschlossenen Roman 1966 im Rahmen einer fünfbändigen Autobiografie. Er war in dieser Zeit für den Literaturnobelpreis nominiert und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

Es erzählt die Geschichte eines jungen Bohemiens in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, der sich von seinem bisherigen Leben in den Metropolen abgewandt hat und in ein kleines Dorf in Kalabrien zurückzieht, in dem die Zeit stehengeblieben schien und die Menschen durch Armut vereint zusammenleben. Dort baut er sich das „Haus der Häuser“.

Er begegnet unterschiedlichsten Charakteren und integriert sich als adliger Erbe in die dörfliche Gemeinschaft. Auch unerfüllte Liebe fehlt nicht.

Veränderungen zeichnen sich ab, als er antike Gräber findet und der Ort von der Welt entdeckt wird. Dies bringt den Bewohnern die Segnungen der modernen Zivilisation, beendet aber auch die bisherige solidarische Lebensweise.

Wer die Schilderung der Veränderung der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in Lampedusas „Der Leopard“ mag, dem wird auch dieses Buch gefallen.

Andrea Giovene : „Das Haus der Häuser“ Osburg Verlag ISBN 978-3-940731-36-4, 19,95€, Deutsche Erstausgabe

(Dr. Christian Vogel)

 

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Tagesausflug nach Helmstedt am 18. September 2010 

 

Auch in diesem Jahr fand unter der bewährten Leitung Herrn Gersters ein Tagesausflug statt, diesmal nach Helmstedt. 10 Personen nahmen daran teil. Die meisten Menschen verbinden mit dieser Stadt nur über 40 Jahre deutsche Teilung, denn Helmstedt-Marienborn war jahrzehntelang der bei weitem wichtigste innerdeutsche Grenzübergang.

Nur wenige wissen, dass Helmstedt nicht nur eine ehemalige Universitätsstadt ist, sondern auf eine Geschichte zurückblicken kann, die bis in die Zeit Karls des Großen zurückreicht.

helmstedt1Wir hatten das Glück, in unserer Stadtführerin, Frau Helmich, eine sehr kompetente Kennerin dieser Geschichte zu bekommen, so dass wir am Ende, statt der vorgesehenen zwei Stunden, volle drei Stunden (!) Geschichte erlebten. Herr Gerster hatte übrigens bei der Anmeldung darum gebeten, uns eine stimmkräftige Stadtführung zur Verfügung zu stellen, da einige Fahrtteilnehmer hörgeschädigt seien. Das wurde zugesagt. Doch Herrn Gersters Gesprächspartnerin bei der telefonischen Anmeldung muss wohl selber einen Hörschaden gehabt haben. Die schriftliche Bestätigung des Besuchstermins wurde nämlich an die „Deutsche Hygienische Gesellschaft Hildesheim“ geschickt!

Vor dem ehemaligen Benediktinerkloster St. Ludgerus erhebt sich ein eindrucksvolles barockes Portal, das an die Siege des Prinzen Eugen in den Türkenkriegen des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts erinnern soll. Auch braunschweigische Truppen hatten sich an der Abwehr der Türkengefahr beteiligt und ihnen zu Ehren wurde dieser Triumphbogen in erster Linie errichtet. Die heutige katholische Pfarrkirche und das Benediktinerkloster St. Ludgerus gehen in ihren Ursprüngen auf das Jahr 795 zurück. Damals kam der spätere Kaiser Karl der Große auf einem Heerzug zur Elbe durch das heutige Helmstedt. Dabei gründete St. Ludger, der vermutlich den König begleitete, das Benediktinerkloster. Ältester Bauteil aus dieser frühen Zeit ist die St. Peter Kapelle, eine Missions- und Taufkapelle. Später wurde über diese Kapelle eine zweite Kapelle gebaut. Dieser als Doppelkapelle bezeichnete Bau liegt im Innenhof der Klosteranlage.

Die heutige St. Ludgeri-Kirche geht in ihrer Grundstruktur auf eine dreischiffig errichtete Basilika romanischen Stils zurück. In den Wirren der Reformation wurde die mit drei Türmen ausgestattete Basilika 1553 zerstört. Nur der östliche Teil der Klosterkirche wurde später wieder errichtet und im 17. Jahrhundert im Stil des Barock umgestaltet. 1942 wurde die Kirche durch Brandstiftung völlig zerstört, doch nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut.

Die 1553 ebenfalls zerstörten Klostergebäude wurden 1730 im Barockstil wieder aufgebaut. 1803 säkularisiert und bis 1976 als Staatsdomäne betrieben, gehört das Kloster heute dem Bischöflichen Stuhl in Hildesheim.

Auch der Stefani-Kirche, der ersten Pfarrkirche Helmstedts, statteten wir einen Besuch ab. Sie ist eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche mit gewaltigem Westwerk. Die Kirche besitzt eine wertvolle romanische, gotische und Renaissance-Innenausstattung. Besonders sehenswert sind die reich dekorierte Kanzel (1590) und das über 400 Jahre alte Messing-Taufbecken.

helmstedt2Zum Abschluss des Rundganges zeigte uns Frau Helmich noch das Juleum, das Hauptgebäude der ehemaligen Universität (s. Foto). Sie wurde 1576 von Herzog Julius gegründet und 1810 durch Jérôme Bonaparte geschlossen. Zeitweise entwickelte sich die Universität zu einer der bedeutendsten Lehranstalten im deutschsprachigen Raum. Berühmte Professoren wie Conring, Beireis, Caselino begründeten ihren Ruf in Forschung und Lehre.

Das Haupt- und Aulagebäude ist ein sehr schöner Spätrenaissance-Bau. Seine Aula wird heute für Konzerte und Vorlesungen – auch wissenschaftlicher Natur im Rahmen der jährlichen Universitätstage – genutzt. Unter der Aula liegt im so genannten Weinkeller das Universitätsmuseum. Dort geben viele Objekte Auskunft über das Alltagsleben der Professoren und Studenten. So wird z.B. eine typische Studentenbude des 18. Jahrhunderts gezeigt.

Gegen 14 Uhr verabschiedete sich unsere tüchtige Stadtführerin von uns. Nach einer ausgedehnten Mittagspause, die fast alle im Ratskeller verbrachten, gingen einige noch einmal zum Juleum, um auch den schönen Innenraum, die Aula, noch zu sehen.

Für die meisten von uns reichte dann die Zeit für einen Besuch des Zonengrenz-Museums nicht mehr aus. Dort kann man anhand von Original-Objekten, Fotokopien und Modellen die Geschichte von den Anfängen bis 1990 besichtigen. Sehenswert!

Mit Bummelzügen ging es gegen 17 Uhr über Braunschweig wieder nach Hildesheim, wo wir gegen 19 Uhr ankamen.

Auf diesem ereignisreichen Tagesausflug wurde uns wieder einmal vor Augen geführt, über welches reiche kulturelle Erbe unsere Heimat verfügt.

(Text: Enno Karsten, Fotos: Christa Beyer)

 

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Sprachecke Italienisch

Achtung! Falsche Freunde!  
deutsch
 
italienisch
romanisch  =  romanico
römisch  =  romano
     
ordinär  = volgare
alltäglich, üblich  =  ordinario
     
     
Attenzione! Il plurale  – una cosa molto complicata!
Bei den mit capo- gebildeten Komposita passiert Folgendes:    
il capostazione (Bahnhofsvorsteher)   – i capistazione (capo als der, der an der Spitze steht)
il caposquadra (Mannschaftsführer)  – i capisquadra
la capoclasse (Klassensprecherin)  – le capoclasse (weibliche Formen unverändert)
     
il capolavoro (Meisterwerk)  – i capolavori (zweiter Teil verändert, weil als ein Begriff gesehen)
il capogiro (Schwindelanfall)  – i capogiri
 
 
Espressioni idiomatiche nell’ italiano contemporaneo
fare ponti d’oro a qcn.  – jdm. goldene Brücken bauen
tagliare i ponti con qcn.  – die Beziehungen zu jdm. abbrechen
     
fare la festa a qcn.               – jdn. übel zurichten, jdn. um die Ecke bringen
fare le feste a qcn.  –  jdn. freudig begrüßen
     
fare a braccio di ferro con qcn.  – sich mit jdm. in einer Kraftprobe messen
     

Non ho fatto nulla

Una volta un signore bastonò il servo ch’era assai pigro. Questi esclamava: “Perché mi bastoni? In verità non ho fatto nulla, signore.” “E proprio per questo ti bastono”, disse il signore, “perchè non hai fatto nulla.”

Un po’ di Galateo

(Galateo = trattato di buone usanze, noi abbiamo il Knigge)
Come portate alla bocca gli spaghetti? Servendovi della forchetta e anche del cucchiaio?
Lo sconsigliamo. Basta solo la forchetta.

(Manfred Blank)

 

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    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
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    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
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