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Unsere Vereinszeitschrift

Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

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Leitung der Redaktionen

  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf

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Il Ponte 15. Jg. Nr. 2: Juni 2010

 

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Eine Reise ins "griechische" Italien

Kalabrien ist ein bisher touristisch weitgehend unbekanntes Land mit  2 Mio. Einwohnern, von denen 90% in Bergdörfern leben. Nur 10% der Fläche sind landwirtschaftlich nutzbare Ebenen. Der Rest ist Bergland mit Erhebungen bis zu 2000 Metern Höhe. Das Land wurde bereits in vorchristlicher Zeit von Griechen besiedelt, deren Kultur es über Jahrhunderte prägte. Nach dem  2.Punischen  Krieg nahm Rom das Land in Besitz. Die Namen vieler Orte erinnern noch an ihre Gründer, sie wurden lediglich latinisiert (Croton-Crotone, Region-Reggio usw.). Aeolos, der Gott der Winde, dessen Wohnsitz sich auf den in Sichtweite zur westkalabrischen Küste liegenden Inseln (Liparen) befindet, begrüßte uns wahrhaft stürmisch. 

Unsere Reiseleiterin Claudia, die sowohl über die Geschichte, Kultur und Mythologie der Griechen als auch über die heutige Wirtschaft, Sitten und Gebräuche der Kalabresen kompetent  Auskunft erteilen konnte, erwies sich als Glückstreffer. 

Da es in dem Gebiet keine Industrie gibt (30%  Arbeitslosigkeit), beschränkt sich der Haupterwerb auf die Landwirtschaft mit vorwiegendem Anbau von Tomaten, Oliven und Zitrusfrüchten. Wir lernten die weniger bekannten Bergamotten (Verwendung: Marmeladen, Liköre, Duftstoffe) und die Cedrat-Zitrone (Herstellung von Zitronat einerseits und andererseits wird sie für das jüdische Sukkotfest benötigt) kennen.

Aber nun zu den Highlights: Am nahesten waren wir dem Herzschlag der Griechen in Gerace und Lokri Epizefiri. Die Resultate der dortigen Ausgrabungen mit Hunderten von Votivgaben in Form kleiner Tonfiguren und –tafeln neben den Resten einer Tempelanlage sind beeindruckend. Daneben fand man Bronzetafeln mit griechischer Inschrift. Ein einzigartiges Denkmal stellt die Kathedrale von Lokri dar. Über einer byzantinischen Krypta errichteten die Normannen eine Kirche unter Verwendung alter griechischer Säulenfragmente.

Die schönste Strandmeile Italiens erlebten wir in Reggio Calabria, wo wir im Nationalmuseum auch die erst vor wenigen Jahren im Meer bei Riace gefundenen beiden griechischen Bronzestatuen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. aus nächster Nähe bewundern konnten.

Nicht zu vergessen sind die malerischen Städtchen Tropea und Pizzo mit ihren herrlichen Stränden. 

Pizzo präsentiert sein imposantes Castello Aragonese, in dem Joachim Murat, von Napoleon zum König von Neapel ernannt, hingerichtet wurde.

Tropea beherbergt eine normannische Kathedrale mit dem Bild Madonna Romania von 1330.

In Cosenza okkupierten wir nach Besichtigung des normannischen Doms das prachtvolle Theater. Monika Ruthemann rezitierte hier gekonnt die Ballade "Das Grab im Busento" des deutschen Romantikers August von Platen. Anschließend erklang aus den Kehlen eines Minichores der von Giovanni eingeübte Gefangenenchor aus Verdis "Nabucco" in Originalsprache.

Die ursprünglich zu den Göttern Aeolos und Hepheistos nach Stromboli geplante Tagesreise konnte leider nicht stattfinden. Die Götter lehnten ab; die Wellen schlugen zu hoch. So reisten wir nach Taormina. Die Fahrt zwischen Skylla und Charybdis verlief im Gegensatz zu der des Odysseus komplikationslos. Taormina belohnte uns mit einem herrlichen Ausblick über das griechisch-römische Theater auf den noch teilweise schneebedeckten Ätna.

Alles in allem brachte uns diese Reise eine bisher wenig bekannte Landschaft näher, und unser Dank gilt schlussendlich (die Reiseteilnehmer schmunzeln über diese Vokabel) Giovanni Meinhard als ihrem Organisator.

(Text: W. Oestreich)

 

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Keltische Spuren in Italien
(Ausstellungstipp für den Sommer)

Norditalien übte schon immer eine große Faszination aus. Schon im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. kamen keltische Kriegerscharen und Heere oder auch einzelner Söldner nach Oberitalien und verbreiteten dort Angst und Schrecken. Ein Höhepunkt war die Plünderung Roms im Jahr 387 v. Chr. Einige Hinterlassenschaften der keltischen Kultur wie Waffen und Helme wurden von den Etruskern übernommen, da sie ihren eigenen Waffen überlegen  waren. Durch dieses Zusammentreffen entstanden neue Kulturelemente, die besonders in Gräbern gefunden wurden. Erst nach dem vernichtenden Sieg über die Kelten bei Telamon 225 v. Chr. gewannen die Römer wieder die Oberhand. Später beherrschte das Bild der „barbarischen“ Kelten die Geschichte und wurde später auch von Malern und Historikern übernommen. Bis ins 19. Jahrhundert hat sich daran nichts geändert. Diesem Thema widmet sich eine Ausstellung im Römisch-Germanischen Zentralmuseum im Kurfürstlichen Schloss zu Mainz, die dort noch bis 1.8. zu sehen ist. Anhand reich ausgestatteter Kriegergräber sollen die Kultur der Kelten und italischen Völkerschaften sowie deren Kontakte beleuchtet werden.  Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr,  Eintritt frei. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Website www.rgzm.de

(H. Zentgraf)

 

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Andrea de Carlo - Ein italienischer Schriftsteller

Die im April geplante Autorenlesung mit Andrea de Carlo ist ja leider entfallen. Durch den stark eingeschränkten Flugverkehr in Europa Ende April, aufgrund des Vulkanausbruchs in Island, war es dem Autor  nicht möglich, rechtzeitig nach Deutschland zu kommen.
Andrea de Carlo wollte in Hildesheim sein neues Buch „Als Durante kam" vorstellen.

Der Autor de Carlo wurde 1952 in Mailand geboren, nach seinem Literaturstudium lebte er für längere Zeit in den USA und Australien. Er arbeitete als Maler, Fotograf und Musiker.
1981 erschien sein erster Roman „Treno di Panna", „Creamtrain". In dem Roman verarbeitet de Carlo seine Erlebnisse und Erfahrungen während seines Aufenthaltes in den USA. Italo Calvino, der de Carlo auch förderte, begleitete die Entstehung dieses Romans.
“Treno di panna“ wurde gleich ein großer Erfolg.
Bis Mitte der 90er Jahre folgten weitere Romane:
“Uccelli da gabbia e da voliera“ (Vögel in Käfigen und Volieren, 1982), „Macno“ (1984), „Yucatan“ (1986), „Due di Due” (1989), „Techniche di seduzione“ (Techniken der Verführung,  1991), „Arcodamore“ (1993), „Uto“ (1995), „Di noi tre“ (Wir drei, 1997).

Danach wurde es still um den Schriftsteller Andrea de Carlo.
Die Auszeichnungen bei der Verleihung des World Music Award 2002 in gleich zwei Kategorien (als weltbester Klassikkünstler und als bester italienischer Künstler) lassen vermuten, dass de Carlo sich seit Ende der 90er Jahre schwerpunktmäßig mit Musik beschäftigte.

Erst ab 2004 erschienen seine nächsten Romane: „Giro di vento“ (Wenn der Wind dreht, 2004) und „Mare della verìtà" (2006) sowie 2008 „Als Durante kam". 
2010 erschien die deutsche Übersetzung im Diogenes Verlag (480 Seiten, 22,80 Euro).

Der Roman spielt in den Marken. Durante ist ein Mensch von enormer Präsens, intensiv, in jedem Augenblick er selbst. Eines Tages taucht er wie aus dem Nichts im Val di Poggio auf. Die Frauen erliegen seinem Charme, die Männer sind voller Argwohn. Durante bringt Bewegung in das Tal. Hier ist das Leben von Gleichförmigkeit geprägt, besondere Ereignisse kommen kaum vor. Durante bildet den Gegenpol zu den Bewohnern im Tal. Man kann sagen, er ist eine charismatische Erscheinung, anziehend, den Menschen zugeneigt, er vermittelt seinem Gegenüber das Gefühl liebenswert und einmalig zu sein.
Ein strukturiertes Leben, Treue, Verbindlichkeit, das alles ist nichts für Durante. Er lebt im Augenblick, besitzt grenzenlose Freiheit. Pietro und Astrid, zwei weitere Protagonisten in dem Roman, führen ein bescheidenes, unaufgeregtes Leben als Textilweber. Die gemeinsame Arbeit wird unterbrochen durch die Marktbesuche am Wochenende. Beide glauben, zufrieden und glücklich zu sein.  Durante aber bringt ihr Leben gründlich durcheinander, bislang unter Verschluss Gehaltenes bricht sich Bahn. Es prallen Welten aufeinander, hier die enge und begrenzte Welt von Astrid und Pietro, dort die grenzenlose Freiheit Durantes. Es ist eine Geschichte über zwischen-menschliche Beziehungen, über Freundschaft und Liebe und über die Begrenztheit des eigenen Lebens. Freiheit kann auch Einsamkeit bedeuten, Gemeinschaft geht auch mit Enge einher.

Kurz möchte ich noch auf den Roman "Techniken der Verführung" eingehen. Dieser Roman von 1991 ist mir in guter Erinnerung geblieben, ich habe das Buch 2001 gelesen, während einer Romreise. Da der Roman teilweise in Rom spielt, fand ich ihn besonders interessant, aber auch sehr spannend. Andrea de Carlo beschreibt den Alltag in Redaktionen und Literaturbetrieben. In dem Künstlerroman sind ein Redakteur und ein Schriftsteller die Hauptprotagonisten.
Es entsteht ein Bild des korrupten Italiens. Der junge Redakteur wird zum Werkzeug eines bekannten Schriftstellers, der in einer Schaffenskrise zu sein scheint. Es ist spannend zu lesen, welche Mittel eingesetzt werden, um zu manipulieren.

Die Romane de Carlos wurden in über 20 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft. Sie haben in Italien Kultstatus erreicht, De Carlo erhielt dafür mehrere Auszeichnungen.
Andrea de Carlo lebt heute in Mailand und auf dem Lande in der Nähe von Urbino. Über seine künstlerische Tätigkeit hinaus engagiert er sich auch für den Umweltschutz.

(Cornelia Graen)

 

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Etta Scollo – Sängerin, Komponistin, Schauspielerin

Etta Scollo wurde in Catania geboren, wo sie auch zur Schule ging und am Kunstzweig des Gymnasiums Abitur machte. Mit 18 Jahren begann sie in Turin ein Architekturstudium, das sie aber bald abbrach, um sich ganz der Musik widmen zu können.

1983 gewann sie den ersten Preis des "Diano Marina-Jazz Festivals", das von dem Jazzkomponisten Giorgio Gaslini geleitet wurde. Gleichzeitig nahm sie an einem dreijährigen Gesangskurs am Wiener Konservatorium teil.

Zwischen 1983 und 1987 arbeitete sie, sowohl bei Schallplattenaufnahmen als auch bei Konzerten, mit Künstlern wie dem Saxophonisten Eddie Lockjaw Davis, Sunnyland Slim und Champion Jack Dupree. Im selben Zeitraum nahm sie an Gesangslehrgängen bei Künstlern wie Bobby Mc Ferrin und Sheila Jordan teil. Zu der Zeit war sie auch sehr erfolgreich in der Popszene mit der Coverversion von „Oh Darling“ der Beatles. Mit diesem Song konnte sie sich wochenlang auf dem ersten Platz der österreichischen Hitparade halten und er brachte ihr eine Goldene Schallplatte ein.

In den 1990er Jahren zog sie nach Hamburg, wo sie sich neuen musikalischen Richtungen zuwandte. Mit dem Ensemble „L'art pour l'Art“ führte sie Experimente mit zeitgenössischer Musik durch. Sie verfasste Musik für Filme, z. B. „Come la pioggia“ für Hark Bohms Film "Für immer und immer" und den TitelI tuoi fiori“ für den koreanischen Film "Bad Guy". Durch ihre Tourneen und ihre Alben „Blu“, „Il bianco del tempo“ und „Casa“ wurde sie eine der beliebtesten italienischen Künstlerinnen in Deutschland.

Zurzeit lebt sie in Berlin und auf Sizilien, wo sie komponiert und die traditionelle Musik der Insel erforscht. Für ihre Rosa Balistreri gewidmete Arbeit, die auf der Doppel-CD/DVD „Canta Rò“ zusammengefasst ist, erhält sie den „Premio RUTH 2007“ und den „Premio Rosa Balistreri-Alberto Favara VIII 2008“.

 2007 nimmt sie gemeinsam mit Franco Scaldati und Enrico Sassi am Liederabend „La mia vita vorrei scriverla cantando“ teil – einer Hommage an Ignazio Buttitta. Außerdem geht sie mit „Les Siciliens“ auf Tournee. Das Programm handelt von Traum und Wirklichkeit, Geschichte und Mythos der Insel Sizilien und wurde auf einem Live-Album veröffentlicht.  

2008 veröffentlichte sie das poetisch-musikalische Projekt „Il fiore splendente“, eine Hommage an die arabischen Dichter, die vom 9. bis 12. Jahrhundert auf Sizilien  lebten und dichteten. Dazu inspirierte sie die von Francesca M. Corrao herausgegebene Anthologie arabischer Dichter Siziliens.  Bereichernd wurde dieses Projekt durch die Mitarbeit von Künstlern wie Franco Battiato, Giovanni Sollima, Markus Stockhausen und Nabil Salameh.

2009 spielte Etta Scollo die Hauptrolle der Helena in der musikalischen Aufführung von Faust II von Johann Wolfgang von Goethe, mit Musik des zeitgenössischen Komponisten Karsten Gundermann. Diese Version wurde vom Philharmonischen Staatsorchester Bremen unter Leitung von Alexander Shelley aufgeführt.

Im selben Jahr komponierte Etta Scollo viel und bearbeitete Giuseppe Verdis Originalmusik für eine zeitgenössische Inszenierung von „Rigoletto“ an der Neuköllner Oper in Berlin.

Im November 2010 wird Etta Scollo in Palermo am „Teatro Massimo“ in „Alice im Wunderland“ die Rolle der Alice spielen. In der Zwischenzeit arbeitet sie an einer bühnenmusikalischen Inszenierung des Romans „Lunaria“ des Schriftstellers  Vincenzo Consolo.

„La Puisia Siciliana“

Das lyrisch-musikalische Konzert „Die sizilianische Poesie“ ist der sizilianischen Dichtkunst gewidmet. Es präsentiert Werke von sizilianisch-arabischen Dichtern des Mittelalters bis hin zu zeitgenössischen Autoren.

Das Projekt stellt historische Persönlichkeiten aus der sizilianischen Tradition heraus. Einige Werke werden in der Bearbeitung von Rosa Balistreri vorgestellt. Sie war  die einzige Frau unserer jüngsten Vergangenheit, die Gedichte von Buttitta musikalisch interpretiert hat. Das Konzert spannt den Bogen bis zu Dichtern unserer Zeit wie Ignazio Burgaretta und Biagio Guerrera. Schließlich kehrt es zu den Arabern Siziliens und einigen Wiederentdeckungen ihrer Dichtung zurück.

(Heidemarie Zentgraf)

 

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Das erste Mal – bei den Kaffeekochern

Was denken wohl junge Menschen, worüber wundern sie sich und was fasziniert sie, wenn sie zum ersten Mal nach Italien kommen?

Das war für Gunde Arndt und mich die vielleicht spannendste Frage, als wir Anfang Juni eine Kursfahrt des 12. Jahrgangs der Friedrich-List-Schule begleiteten. Natürlich sollte unser Quartier in Pavia, dem Ort unserer italienischen Partnerschule, sein. Und weil Germanwings seit kurzem wieder direkt von Hannover nach Mailand fliegt, ist man schnell da. Lena wurde nach der Osloer Europameisterschaft im Wettsingen gerade am Flughafen empfangen – und wir wurden gen Süden verabschiedet.

Zunächst haben sich alle gewundert, wie preiswert Bahn- und Busfahren in Italien ist. Wo andere Städte mit außerhalb liegenden Flughäfen gnadenlos zuschlagen, begnügt sich Mailand mit Bustransferkosten ins Stadtzentrum von 6 Euro. Und wenn erstmal am Fahrkartenschalter alle wichtigen und unwichtigen Details klar sind, fährt man mit der Bahn (zumindest dem Treno Regionale) äußerst günstig.

Schnell lernt man dann, was „in ritardo“ heißt. Aber es ist beruhigend, dass man während der Bahnfahrt erstaunlich oft auf den Schaffner trifft. Er eilt alle 10 Minuten durch die Carrozza, sieht aus wie der junge Berlusconi und hat offensichtlich stets wichtige Termine am anderen Ende des Zuges. Nur Biglietti kontrolliert er nie. Wahrscheinlich könnte es als Beleidigung aufgefasst werden, harmlose Reisende, die es gewohnt sind, ihr Ticket vor dem Einsteigen zu stempeln, des Schwarzfahrens zu verdächtigen.

Warum also überhaupt ein Ticket kaufen? Als Ausrede kann sowieso immer glaubhaft gemacht werden, alle 11 auf dem Bahnhof befindlichen Stempler hätten gerade eine Funktionsstörung. Und wenn doch jemand schwarzfahren sollte, bricht bestimmt gerade die von der Gewerkschaft nicht akzeptierte Überstunde an…

Ach ja – Mailand: Dass ein Caffè in der Galleria Vittorio Emanuele oder vor der Scala leicht 5 Euro kosten kann, davor haben wir gewarnt. Trotzdem sind alle bei „Zucca“ gewesen. Kaffeekocher im weißen Dinner-Jacket – da hätte sich eigentlich keiner reingetraut. Und hier sind wirklich echte Künstler am Werk. Die Crema-Creationen sind wie Liebeserklärungen vor allem an die weiblichen Kunden und verhindern fast das Austrinken in der heißen Phase. Noch dazu mit dem atemberaubenden Blick auf den Dom. Und dann durfte man sogar von den leckeren Keksen und Häppchen auf der Theke kosten – faszinierend! Die Schüler waren heilfroh, dass wir den Caffè spendiert haben. Aber dass er trotz des tollen Ambientes nur 1 Euro gekostet hat, haben wir erst später verraten…

Und überhaupt: Dass es in jeder Stadt ungefähr alle 100 m eine Bar gibt, die einen Italiener auf seinem Weg durch den Tag stets begleitet, muss man auch erstmal erfahren. Bar dort ist also gar nicht gleich Bar hier – das wissen jetzt alle.

Natürlich gibt es auch in Italien McDonald´s. In Mailand sogar mitten in der Galleria mit einem mindestens so edlen Logo wie Gucci oder Armani. Und im kleinen Pavia soll es doch auch ein einschlägiges Kettenglied geben? Tatsächlich. Aber selbst wenn man davor steht: Kein Logo stört hier den charmanten Gesamteindruck der Piazza.

In Genua am Nationalfeiertag eine Warteschlange vor dem Aquarium. Keine Schulklassen, nur die Großfamilientrauben auf Bildungsausflug zu Nemo. Weil dann doch immer nur ein Babbo zahlt, geht´s trotzdem schnell. Aber der vorher am Eingang konsultierte Allwissende weiß trotzdem nicht, dass es Gruppentickets ohne Schlange nur 20 m entfernt gibt. Der ist bestimmt lebenslänglicher Beamter!

Und was beeindruckt sonst? Die beruhigende Lebensart, die Preview der neuen Modetrends, die Improvisationskunst, das junge Leben hinter alten (Schul-)Mauern, die fotogenen Stadtpolizisten, die niedrigen Wein- und hohen Bierpreise, die relativ kleinen Portionen eines Primo…

Sie als Leser des „Ponte“ kennen das ja. Aber für vom norddeutschen Wetter gezeichnete Achtzehnjährige ist das alles schon ziemlich neu. Ich glaube, ich werde später mal nach Italien ziehen und dann nur noch zwischen meiner Lieblingsbar und der Piazza pendeln…

(Hans-Jürgen Blasig)

 

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deutsch-französisch-italienisches Partnerschaftsfest:
9. - 11. September 2010

In diesem Jahr besteht die Städtepartnerschaft von Hildesheim mit Pavia 10 Jahre, im Mai 2000 wurde die Partnerschaftsurkunde von den Bürgermeistern bei einem Besuch aus Pavia aus Anlass der Weltausstellung EXPO 2000 in Hildesheim unterzeichnet. Mit Angoulême ist Hildesheim sogar schon 45 Jahre partnerschaftlich verbunden.  Aus diesem Anlass wird vom 9. bis 11.9. ein deutsch-französisch-italienisches Partnerschaftsfest in unserer Stadt gefeiert. Händler aus Angoulême und Pavia werden auf einem bunten Markt Spezialitäten ihrer Region anbieten. Kleine Ausstellungen, weitere Aktionen und Musikveranstaltungen runden das Programm ab. Einzelheiten standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest, bitte beachten Sie die Tagespresse.

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Sprachecke Italienisch

Achtung! Falsche Freunde!  
deutsch
 
italienisch
     
Konkurs
 =  fallimento
Wettbewerb Examen  =  concorso
     
Patent  =  brevetto
Führerschein  =  patente
     
     
Attenzione! Pericolo!      
     
i corni da caccia   le corna del cervo
gettare gli ossi al cane    mi fanno male le ossa
la telegrafia senza fili   le fila della congiura
     
     
Espressioni idiomatiche nell’ italiano contemporaneo
     
restare con le mani in mano   Däumchen drehen
mettere una mano sul fuoco   die Hand ins Feuer legen
forzare la mano a qcn.   jdn. zu etwas zwingen, nötigen
avere le mani bucate   sein Geld mit vollen Händen ausgeben
     
     
Città interessanti    
     
Quale è la città più lunga?   Ventimiglia
La più luminosa?   Lucerna
La più penetrante?   Cuneo
La più feroce?   Lione
La più devota?   Monaco
La più forte?   Potenza
La più dolce?   Crema
     
     

Curiosità

Il termine italiano data, che indica in una lettera il giorno in cui essa è stata scritta, deriva dal participio perfetto del verbo latino dare (it. dare, consegnare) e ricorda l’uso dei Romani di indicare il giorno in cui la lettera veniva data, consegnata al corriere.

(Manfred Blank)

 

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Weitere Informationen

 
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