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Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

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Leitung der Redaktionen

  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf

Λ oben

Il Ponte 14. Jg. Nr. 2: Juni 2009

 

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Otto IV. - der unbekannte Sohn eines berühmten Vaters

Wer ist Otto IV.? Obwohl er Otto heißt, gehört er nicht zu den Ottonen. Vielmehr lebte er 200 Jahre später und war ein Welfe. Und er war der einzige Welfe, dem es gelang, Deutscher König und Römischer Kaiser zu werden.

Otto wurde 1175/76 als Sohn Heinrichs des Löwen geboren, der damals als Herzog von Sachsen und Bayern der mächtigste Reichsfürst war. Nach der Absetzung und Verbannung Heinrichs des Löwen (1180) ging Otto mit seinem Vater nach England, dem Heimatland seiner Mutter Mathilde (einer Schwester von König Richard Löwenherz), wo er am Königshof eine höfisch-ritterliche Erziehung erhielt. Ottos Mutter starb, erst 33 Jahre alt, am 28. Juni 1189 in Braunschweig, während Heinrich der Löwe (seit Ostern) zum zweiten Mal im englischen Exil war.

Heinrich der Löwe kehrte vorzeitig, noch 1189, in seine Eigengüter um Braunschweig und Lüneburg zurück und starb 1195 in Braunschweig. Otto wurde im Jahre 1196 von seinem Onkel Richard Löwenherz mit der Grafschaft Poitou und dem Herzogtum Aquitanien belehnt; er wurde also quasi Vizekönig der britischen Besitzungen in Süd-Frankreich.

Nach der Thronerhebung des Staufers Philipp von Schwaben, eines Sohnes Friedrich Barbarossas, am 9. Juni 1198, wurde Otto von einer Gruppe antistaufisch gesinnter Fürsten in Köln zum Gegenkönig gewählt. (Sein älterer Bruder, Pfalzgraf Heinrich, befand sich nämlich gerade auf einem Kreuzzug.) Der Thronstreit dauerte volle zehn Jahre und endete erst durch die Ermordung Philipps im Jahre 1208. Nun setzte sich Otto IV. allgemein durch, was durch eine Neuwahl am 11. Nov. 1208 bestätigt wurde.

Mit der Krönung zum Römischen Kaiser durch den Papst am 4. Okt.1209 in Rom erreichte Otto IV. den Höhepunkt seiner Herrschaft. Das gute Einvernehmen mit dem Papst endete jedoch, als Otto IV. einen Vorstoß in das dem Papst unterstehende Königreich Sizilien unternahm. Papst Innozenz III. bannte Otto am 18. Nov. 1210 und erkannte den Staufer Friedrich II., den Sohn Heinrichs VI., als König an. Damit brach der erst 1208 beigelegte Streit zwischen Welfen und Staufern erneut aus. Die endgültige Entscheidung brachte das Jahr 1214. Bei Bouvines in Nord-Frankreich besiegte am 27. Juli 1214 der mit Friedrich II. verbündete französische König das Heer des englischen Königs „Johann ohne Land“, des Bruders und Nachfolgers von Richard Löwenherz, und seines Neffen, Kaiser Ottos IV. Damit war zugleich der deutsche Thronstreit zugunsten Friedrichs II. entschieden. Otto IV., von immer mehr Anhängern verlassen, zog sich ab 1215 nach Braunschweig zurück und starb am 29. Mai 1218, politisch isoliert und vereinsamt, im Alter von ca. 42 Jahren auf der Harzburg.

Otto IV. war zweimal verheiratet. 1208 hatte er sich, damals schon ca. 32 Jahre alt, in der Hoffnung auf eine welfisch-staufische Versöhnung, mit Beatrix von Schwaben (geb. 1198) verlobt, der Tochter seines ermordeten Gegenkönigs. 1212 fand die Hochzeit statt, doch Beatrix starb, erst 14-jährig, schon nach drei Wochen. - Auch von seiner zweiten Gemahlin, Maria von Brabant (1191-1260), die er 1214 ehelichte, hatte Otto IV. keine Kinder, so dass seine Linie mit ihm selbst erlosch.

Seine letzte Ruhestätte fand er in der von seinem Vater erbauten Stiftskirche, dem Dom St. Blasii in Braunschweig, wo zu Füßen des Grabmals seiner Eltern eine kleine Grabplatte im Fußboden an ihn erinnert. 

(Wolfgang Gerster)

 

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Simone Boccanegra
Oper von Giuseppe Verdi am Braunschweiger Staatstheater

 

In dieser Spielzeit gibt es in Braunschweig die Neuinszenierung einer eher selten aufgeführten Verdi - Oper: Simone Boccanegra. Eine anspruchsvolle Oper, der Verdi selbst größte Bedeutung zumaß. Wie in vielen seiner Opern steht die Unvereinbarkeit von gesellschaftlicher Verantwortung und von persönlichen Interessen im Mittelpunkt der Handlung. Verdi war ein politisch denkender Mensch und das Thema des Simone Boccanegra ist die Ausübung von Macht. Welche Voraussetzungen braucht ein Herrscher, um ein Volk gut zu regieren?

Simone Boccanegra wird im 14. Jahrhundert zum Dogen von Genua gewählt, die Anführer der Volksparteien beeinflussen das Volk, für Boccanegra zu stimmen. Bisher stand er als erfolgreicher Freibeuter im Dienste der Stadt Genua, er wurde als Volksheld verehrt. Simone, der nicht adlig ist, liebt Maria, die Tochter des Patriziers Fiesco. Dieser ist aufgrund der Standesunterschiede gegen eine Verbindung. Durch die Wahl zum Dogen hofft Boccanegra, die Verbindung zu Maria legalisieren zu können. Beide haben eine gemein-same Tochter, Amelia. Fiesco schirmt Maria regelrecht ab gegen Simone. Aus Kummer darüber stirbt sie.

Diese umfangreichen und dramatischen Ereignisse sind Inhalt des gut 10minütigen Prologs. Dieser Stoff würde für eine ganze Oper reichen, es folgen aber noch 3 Akte.

Die Handlung im 1. Akt beginnt 25 Jahre später. Es kommt zu einer Begegnung von Simone mit einer unbekannten Frau, Simone erkennt anhand ihrer Lebensgeschichte, dass es sich um Amelia handelt. Amelia liebt den Patrizier Gabriele Adorno, dieser ist aber ein Feind des Dogen. Paolo, ein enger Vertrauter Boccanegras, fordert, ihm Amelia zur Frau zu geben, schließlich ist der Doge durch seinen Einfluss an die Macht gelangt. Simone Boccanegra kann ihm diese Bitte nicht erfüllen, Paolo soll auf Amelia verzichten, dieser hält Simone für undankbar und sinnt auf Rache. Simones Ziel ist es, Gerechtigkeit gegenüber jedermann auszuüben, er ist sehr um Frieden bemüht, und er will die Aussöhnung mit seinen Feinden. Paolo durchkreuzt dieses Bemühen, er vergiftet den Dogen. Simone stirbt einen langsamen Tod.

Amelia heiratet Gabriele Adorno, einen Patrizier, er wird als Nachfolger zum Dogen gewählt. Die Geschicke Genuas liegen nun wieder in adliger Hand.

Die Undurchschaubarkeit und die verhüllte Identität der handelnden Personen ist kennzeichnend für diese Verdi - Oper. Die Musik ist dramatisch und passt zu der doch düsteren Handlung. Die Gesangspartien sind umfangreich und wohl von Sängern gefürchtet, es gibt nur wenige bekannte Arien.

Die Braunschweiger Inszenierung kam beim Publikum gut an. Alle Partien konnten vom Hausensemble gut besetzt werden. Georges Stevens in der Titelpartie war herausragend, ebenso Arthur Shen als Adorno und Liana Aleksanyan als Amelia. Sehr hilfreich zum Verständnis der Handlung waren die kurzen Inhaltsangaben oberhalb der Bühne, anstatt der sonst üblichen Übersetzung der Verse ins Deutsche, der sogenannten Übertitel. Der Regisseur Michael Simon schuf auch das Bühnenbild, das schlicht gehalten war. Er verband die einzelnen Szenen durch Videoeinspielungen in Schwarz-Weiß, gezeigt wurden Szenen aus Parlament und Volksaufständen, oder zwei aufeinander zurasende Züge. Es geht in der Oper um Macht und um Ränkespiele, die Videosequenzen unterstrichen das Ganze sehr deutlich.

Simone Boccanegra ist im festen Opern-Repertoire selten zu finden. Zu Unrecht, denn die Inszenierung des Braunschweiger Staatstheaters zeigt, dass es sich sehr lohnt, wenig gespielte oder unbekanntere Opern aufzuführen und so dem Publikum näher zu bringen.

Den Opernfreunden der Deutsch - Italienischen Gesell-schaft Hildesheim hat Simone Boccanegra sehr gut gefallen, wir erlebten einen beeindruckende Aufführung.

Heidemarie Zentgraf hatte wie immer und in bewährter Weise alles gut organisiert und vorbereitet. Wir beendeten den " Opernsonntag“ mit einem guten italienischen Essen im „Ristorante Solino“.

Als nächster Opernbesuch in Braunschweig steht „Madama Butterfly“ von Puccini auf dem Programm, am 22. August 2009, Open Air auf dem Burgplatz. Diejenigen, die schon Aufführungen dort erlebt haben, werden zustimmen, dass sich ein Besuch sehr lohnt.

(Cornelia Graen)

 

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Ausstellungsempfehlung:
Römische Legionäre kamen bis ins Werratal

Alle, die schon die Ausstellung zur Varusschlacht in Kalkriese besucht haben, haben vielleicht auch mit Interesse gelesen, dass die Römer sogar im Kreis Göttingen, also fast vor unserer Haustür, waren. Im Jahre 2003 wurde bei Hedemünden ein römisches Militärlager entdeckt. Seit kurzem sind mehr als 300 dieser Funde im Welfenschloss in Hannoversch Münden in der Ausstellung „Die Spur des Imperiums – Das Römerlager in Hedemünden“ zu sehen.

Anhand eines Modells wird dort die Größe des Lagers vorgeführt. Dieser Stützpunkt, der vermutlich um 11 v. Chr. auf einem Bergrücken oberhalb der Werra errichtet wurde, war das östlichste Lager der Römer. Dort konnten bis zu 8000 Legionäre mit ihrem Tross und ihren Tieren leben. Die Archäologen sind der Ansicht, dass Hedemünden eine Art Logistikzentrum für die Feldzüge Richtung Elbe war.

Die Fundstücke sind äußerst vielfältig und geben einen Einblick in das Alltagsleben der römischen Legionäre. Neben militärischen Objekten wie Pfeil- und Lanzenspitzen sind die beiden spektakulärsten Funde ein Legionärsdolch und eine Gefangenenfessel. Daneben werden auch Werkzeuge und Pferdegeschirr sowie Münzen und Schmuckgegenstände ausgestellt.

Die Keramikgefäße, die die Archäologen gefunden haben, zeigen, dass schon die alten Römer auf ihren Feldzügen nicht auf die heimischen Essgewohnheiten verzichten wollten. Auch im kühlen Niedersachsen genossen sie die mediterrane Küche mit Olivenöl und andere Spezialitäten.

Doch es gibt nicht nur Funde aus der Römerzeit, man hat auch versucht, das Leben der Menschen zu rekonstruieren. Ein Beispiel dafür ist ein römisches Mannschaftszelt, in dem die Legionäre geschlafen haben. Daneben gibt es viele Angebote zum Mitmachen in der Ausstellung – und sogar Asterix-Hefte zum Schmökern. Denn wie heißt es dort so schön: „Die spinnen, die Römer“.

Die Ausstellung ist bis zum 18.10. mittwochs bis sonntags von  11 bis 17 Uhr zu besuchen. Weitere Informationen, auch über das Rahmenprogramm, gibt es im Internet unter www.hann.muenden.de/museum.

(Heidemarie Zentgraf)

 

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Ausstellungsempfehlung:
Amedeo Modigliani in Bonn

Der Italiener Amedeo Modigliani lebte von 1884 bis 1920 und zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Moderne. Er arbeitete vor allem als Maler, doch daneben auch als Zeichner und von 1909 bis 1914 vorwiegend als Bildhauer. Sein Gesamtwerk umfasst ca. 420 Gemälde und 1000 Zeichnungen.

Geboren wurde der Künstler in Livorno. In Italien studierte er die Kunst der Antike und Renaissance, bis er 1906 nach Paris ging. Dort kam er auch in Kontakt mit bekannten Künstlern wie Pablo Picasso. Sein ganzes Leben war geprägt von Krankheiten, Ausschweifungen, Schwer-mut und Zweifeln. Im Alter von 35 Jahren starb Modigliani an Tuberkulose. Da es nur wenig Dokumente über sein Leben gibt, entstanden bald viele Legenden.

Seine wichtigsten Themen waren Porträts und Akte. Zum einen arbeitete er die Individualität des Dargestellten heraus, zum anderen stand er zu seiner formalen und malerischen Eigenart.

Deutlich sind in den Bildern von Modigliani die Bezüge zur Formensprache der Renaissance und des Manierismus. So vereint er expressionistische, kubistische und symbolistische Stilelemente. Gleichzeitig greift er aber auch Formen aus der zu seiner Zeit populären afrikanischen Skulptur auf. Von dieser Kunst war er aufgrund der Idolhaftigkeit fasziniert. Aufgrund der stilistischen Vielfalt lässt sich Modigliani keiner zeitgenössischen Stilrichtung eindeutig zuordnen.

Während seines Lebens hatte Modigliani nur wenig Erfolg, seine künstlerische Bedeutung wurde erst von der Nachwelt erkannt.

Vom 17.4. bis 30.8. widmet sich die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn dem Werk dieses italienischen Künstlers. Die Ausstellung unternimmt den Versuch, die große Kraft der Bilder, die sich auf den ersten Blick oft stark ähneln, zu offenbaren. Modiglianis Werke belegen die lustvolle, unruhige Lebensweise eines Künstlers, der sich von Kindheit an mit tiefer Traurigkeit seiner Verletzbarkeit und Endlichkeit bewusst war und der die Euphorie des Rausches brauchte, um zu leben und zu arbeiten. 

Öffnungszeiten: Dienstag und Mittwoch 10 bis 21 Uhr, Donnerstag bis Sonntag 10 bis 19 Uhr. Tageskarten 8 bzw. 5 Euro.

(Heidemarie Zentgraf)

 

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Sprachecke Italienisch

Achtung! Falsche Freunde!  
deutsch
 
italienisch
passieren   =  succedere
vorbeigehen  =  passare
     
     
Kamera  =  macchina fotografica
     
Schlafzimmer
=
camera
     
Attenzione! Pericolo!    
un semplice scherzo   (einfach) nur ein Scherz
una vita semplice   ein einfaches Leben
     
     
diverse faccende   mehrere Angelegenheiten
faccende diverse   unterschiedliche Angelegenheiten
     
 
 
Espressioni idiomatiche nell’ italiano contemporaneo
mettere il carro davanti ai buoi   die Ochsen hinter den Pflug spannen,
das Pferd am Schwanz aufzäumen
non stare né in cielo né in terra   unglaublich, undenkbar, unerhört sein
dare/buttare/gettare (il) fumo/ (la)polvere negli occhi (a qcn.)   jdn. Sand in die Augen streuen
     
     
Proverbi italiani   Italienische Sprichwörter
L’ artista di valore rivive quando muore.   Ein Künstler von Rang lebt fort, wenn er stirbt.
L’ amore non ha età, è sempre nascente.     Die Liebe hat kein Alter, sie wird immer neu.geboren.
Cielo a pecorelle, acqua a catinelle.   Schäfchenwolken am Himmel, (bedeuten) Regen in Strömen.
     

Curiosità

Alla famiglia del latino dominus appartengono in italiano il nome domenica, che significa appunto il giorno del Signore per eccellenza, di Dio, e il nome donna (in latino domina) che in origine significava signora.Madonna significa la mia Signora, la Signora per eccellenza.

Manfred Blank

 

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