Unser Archiv

 
Unsere Vereinszeitschrift

Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

In diesem Archiv können Sie in ausgewählten Artikeln unserer Mitgliederzeitschrift stöbern. Einige sind im pdf-Dateiformat abgespeichert. Um sie lesen zu können, benötigen Sie z.B. einen "Acrobat Reader ©". Falls er auf Ihrem Rechner noch nicht installiert sein sollte, können Sie ihn über diesen Link herunterladen: http://www.adobe.com/de/

 
Leitung der Redaktionen

  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf

Λ oben

Il Ponte 14. Jg. Nr. 1: März 2009

 

Logo der Zeitschrift "Il Ponte"

 

 

nach oben

Die Varusschlacht

Einige geschichtliche Anmerkungen

Vielleicht haben einige von Ihnen die außerordentlich interessante Sendung über die Varusschlacht im Jahre 9 zwischen Römern und Germanen bei „arte“ gesehen. Die Sendung überzeugte durch die Darstellung und die Bilder dieses für den Verlauf unserer Geschichte entscheidenden Kampfes, aber war es wirklich so gewesen? Die Ereignisse von vor 2000 Jahren liegen weitgehend im Dunkeln, da die Erinnerung daran im Laufe der Jahrhunderte verblasst war. Im 16. Jh. wurden dann aber die Schriften des römischen Geschichtsschreibers Tacitus wieder entdeckt. Einige Historiker begannen, sich Gedanken über den Verlauf der Schlacht zu machen, und bald kursierten unzählige Theorien über die Örtlichkeit der römischen Niederlage. Theodor Mommsen, ein berühmter Historiker des 19. Jh. nahm an, dass die Kämpfe in der Nähe von Kalkriese stattgefunden hätten, denn die dort ansässigen Herren von Bar hatten wiederholt römische Goldmünzen des Kaisers Augustus auf ihren Ländereien gefunden.

Es begann die systematische Suche im Gebiet der Barenaue und viele Münzen und Wurfgeschosse aus Blei wurden gefunden, außerdem Bruchstücke militärischer Ausrüstung und Bewaffnung sowie acht Gruben mit menschlichen Knochen und Skelette von  Maultieren. Es war offensichtlich, dass hier zur Zeit des Kaisers Augustus ein erbitterter Kampf stattgefunden hatte, bei dem unzählige römische Soldaten den Tod gefunden hatten.

Ab 1990 wurde der Ort der Ausgrabungen Besuchern zugänglich gemacht und ein archäologischer Park mit Informationszentrum eröffnet. Die Ausgrabungen gingen weiter, der Fund der eisernen Maske eines römischen Reiters war der vorläufige Höhepunkt. Das neue Museum mit einem 40 m hohen Aussichtsturm wurde dann 2002. eröffnet. 2005 erhielten Museum und Park Kalkriese den europäischen Kulturerbepreis in der Kategorie „Archäologische Denkmäler“ als bisher einzige archäologische Einrichtung in Deutschland. 2006 öffnete sich die antike Welt der Pflanzen in Kalkriese, mit einem Botanicum, in dem wächst, was vor fast 2000 Jahren die Pflanzenwelt des römischen Reiches charakterisierte. 2009 jährt sich die Varusschlacht zum 2000. Mal. Es gibt im Besucherzentrum spannende Sonderausstellungen, den Auftakt macht die Ausstellung „Konflikt“ als Teil des Ausstellungsprojekts „Imperium, Konflikt, Mythos“.

Die Ausgrabungen dauern fort. Immerhin nehmen außer Kalkriese noch 700 Orte im Teutoburger Wald und Umgebung für sich in Anspruch, dass hier die Kämpfe stattgefunden haben. Vielleicht gab es ja an vielen Orten Kämpfe, denn die Schlacht zog sich 3 Tage hin. Wie kam es zu dieser Schlacht?

Es scheint, dass Arminius, zu Deutsch Hermann, aus dem germanischen Geschlecht der Cherusker, der in Rom aufgezogen worden war und die römische Staatsangehörigkeit besaß, sich gegen die Römer wandte. Er einte die in viele Stämme aufgeteilten und unter sich zerstrittenen Germanen und zog gegen die verhassten Eroberer, die ihrem Freiheitsstreben entgegenstanden, zu Felde.

Dies geschah, als die Römer aus den tiefen Wäldern Germaniens, das sie, wie sie glaubten, befriedet hatten, zu ihrem Winterlager an den Rhein zogen. Arminius lockte sie unter ihrem Anführer, dem Statthalter in Germanien, Publius Quintilius Varus, in einen Hinterhalt und vernichtete drei Legionen, drei Alen Reiterei und sechs Kohorten sowie den Tross mit Sklaven, Frauen und Kindern. Varus stürzte sich, als er die Ausweglosigkeit der Lage erkannte, in sein Schwert.

Augustus, dem von den Germanen der abgeschlagene Kopf des Varus übersandt wurde, trauerte um die Getöteten und bereitete dem Haupt seines Statthalters ein ehrenvolles Begräbnis. Er vergab die Nummern der untergegangenen Legionen – 17, 18 und 19 – kein zweites Mal mehr. Die Pläne zur Eroberung Germaniens rechts des Rheins wurden wenig später aufgegeben. Die Römer zogen sich an die Rheingrenze zurück.

(Christel Tasiaux)

nach oben

Nanni Moretti
Filmemacher, Produzent, Schauspieler, Gesellschaftskritiker

Nanni Moretti wurde 1953 in Brunico (Bruneck) geboren, wo seine Eltern gerade Urlaub machten, seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Rom.

Nach dem Gymnasium und Abitur nahm er das Studium der Kunst-, Musik- und Theaterwissenschaften auf, ab 1973 in Bologna. Die italienische Bezeichnung für diesen Studiengang lautet DAMS (Danza, arte, musica e spettacolo).

Schon bald begann Moretti mit einer Super-8-Kamera Kurzfilme zu drehen. 1976 entstand sein erster längerer Film mit dem Titel „Io sono un autarchico“ (Ich bin ein Autarchist). Dieser Film wurde während der Berlinale vorgestellt. Im Film „Padre Padrone“ von 1977/78 (Mein Vater, mein Herr) von Paolo und Vittorio Taviani spielte er eine kleine Rolle und arbeitete am Drehbuch mit.

Zu einem Überraschungserfolg wurde 1978 „Ecco bombo“ (Die Nichtstuer) in Cannes. Eine Gruppe junger Intellektueller streift ziellos durch Rom, auf der Suche nach einem eigenen Standort innerhalb der Linken. Mit diesem Thema befasst sich Nanni Moretti immer wieder.

Die Filme Morettis sind „anders“, vielleicht unkonventioneller, nicht ausgerichtet auf Popularität. Er hat einen eigenen Stil gefunden und eine eigene Sprache. Es gibt einfallsreiche Dialoge, auch einen besonderen Humor.

Morettis Filme sind gesellschaftskritisch, die politische Lage der Linken ist sein Hauptthema. Er schreibt die Drehbücher und ist auch häufig der Hauptdarsteller. Vieler seiner Filme spielen in Rom.

Der Film „Caro Diario“ (Liebes Tagebuch) von 1994 ist ein Episodenfilm und wird in Cannes für die beste Regie ausgezeichnet. Die erste Episode ist eine Hommage an „seine“ Stadt Rom. In vielen seiner Filme findet sich Persönliches wieder, so schildert er in der dritten Episode von „Caro diario“ seine eigene Krankheitsgeschichte durchaus mit Humor.

In „Aprile“ von 1998 setzt sich Nanni Moretti mit der Geburt seines ersten Sohnes auseinander, auf einer weiteren Ebene erstmals mit Silvio Berlusconi, einer Reizfigur für den Filmemacher.

„La stanza del figlio“ von 2001 (Das Zimmer meines Sohnes) wird sein größter Erfolg. Thema dieses Filmes, der auch schon im „Kellerkino“ gelaufen ist, ist der plötzliche Unfalltod des Sohnes einer Familie. Moretti spielt in dem Film den Vater, einen Psychoanalytiker. Aufgrund der Thematik fehlen in diesem Film Übertreibungen und die typischen Scherze Morettis. Auch ist er nicht autobiographisch.

Zwei Wochen vor der Parlamentswahl 2006 kam „Il caimano“ (Der Italiener) in die italienischen Kinos. Thema ist die kritische Auseinandersetzung mit der durch Berlusconi geprägten italienischen Gesellschaft. Der Film wurde mit dem „David di Donatello“ ausgezeichnet.

Im Rahmen des Kellerkinos im Cinema läuft „Il caimano“ am 14.04.09 in Hildesheim.

(Cornelia Graen)

nach oben

Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr bei der Mitgliederversammlung

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung am 10.03., die kurzfristig in das Knochenhaueramtshaus verlegt werden musste, begrüßte Dr. Vogel 35 Mitglieder. In seinem Rechenschaftsbericht blickte er auf ein abwechslungsreiches Jahr zurück. Neben 12 Vorträgen zu unterschiedlichen Themen gab es wieder mehrere Ausstellungsbesuche. So fanden drei Führungen durch die Sonderausstellungen der Hildesheimer Museen statt. Außerdem gab es Tagesausflüge nach Bremen zur Ausstellung „Luxus und Dekadenz am Golf von Neapel“, nach Oldenburg zur Ausstellung über Friedrich II. und nach Braunschweig zum „Reiz der Antike“. Auch das Reiseprogramm wurde ausgeweitet, mit Johannes Meinhard ging es nach Sizilien, mit Christel Tasiaux nach Dresden und mit Frau Arndt und Herrn Blasig sowie unserem Referenten Dr. Stefan Elbern an den Kyffhäuser nach Bad Frankenhausen. Außerdem gab es einen Tagesausflug nach Einbeck mit Wolfgang Gerster und eine Radtour auf dem Leineradweg mit Frau Tasiaux. Auch hatte Frau Zentgraf wieder Besuche von drei Opernaufführungen in Braunschweig organisiert. Zu den geselligen Veranstaltungen gehörte ein Sommerfest mit „vera pizza italiana“, ein „venezianisches Karnevalsbüffet“ sowie die jährliche Braunkohlwanderung mit Herrn Blasig und der Jahresausklang mit Musikprogramm in der Marienschule und Essen bei Napos, wie immer organisiert von Enzo Iacovozzi. Daneben war die DIG an einer Ausstellung italienischer Maler in der Marienschule beteiligt, wo auch ein Konzert mit Iris Marlin angeboten wurde. Ein weiterer musikalischer Programmpunkt war eine Matinee mit jungen Nachwuchsmusikern im Glashaus von Walshausen. Daneben war die DIG bei den Tagungen des VDIG vertreten und Gastgeber für die Regionaltagung Nord. Dr. Vogel dankte allen, die zum Gelingen dieses reichhaltigen Programms beigetragen hatten.

Herr Blasig informierte in seinem Bericht des Schatzmeisters über die Haushaltslage. Zwar sollten die Rücklagen abgebaut werden, damit der Verein nicht seinen gemeinnützigen Status verliert, doch soll mittelfristig wieder ein ausgeglichenes Ergebnis angestrebt werden. Insgesamt gab es keine außerordentlichen Ausgaben, die Einnahmen haben aufgrund der steigenden Mitgliederzahl leicht zugenommen, doch wie immer dienen sie vor allem der Finanzierung der Vorträge.

Am 10.3. hatte die DIGH 339 Mitglieder und damit 35 mehr als im Vorjahr. Im neuen Jahr gab es bereits 12 Eintritte. Der Schatzmeister betonte, dass der Vorstand sich bemüht, das Vereinsvermögen im Sinne der deutsch-italienischen Freundschaft zu verwenden.

Herr Kind berichtete über die Kassenprüfung, bei der es nichts zu beanstanden gab, bestätigte dem Schatzmeister eine ordnungsgemäße Kassenführung und stellte den Antrag auf Entlastung des Vorstands. Dem stimmte die Versammlung einstimmig bei Enthaltung des Vorstands zu. Anschließend wurden die Kassenprüfer Herr Kind und Herr Elolf per Akklamation wieder gewählt.

Abschließend lud Dr. Vogel zu den nächsten Veranstaltungen ein und wies besonders auf den Ausflug nach Kalkriese aus Anlass der 2000. Wiederkehr der Varusschlacht hin. Herr Bunsmann stellte einen Roman von Massimo Marcotullio aus Pavia vor. Herr Blasig berichtete über den Schüleraustausch der Friedrich-List-Schule mit Pavia. Der letzte Besuch in Italien fand im Herbst statt und im April kommt die italienische Schülergruppe nach Hildesheim. Dr. Schütz informierte die Versammlung über Änderungen auf der Homepage (s. auch S. 4 dieser Zeitung). Herr Iacovozzi berichtete über Aktivitäten im Rahmen der Städtepartnerschaft Hildesheim-Pavia und andere Veranstaltungen in der Region.

Im Anschluss an die Versammlung präsentierten Klaus Lietz und Johannes Meinhard eine DVD über die letzte Reise nach Sizilien.

Das ausführliche Protokoll kann bei der Schriftführerin oder den Veranstaltungen der DIGH eingesehen werden.

(Heidemarie Zentgraf, Schriftführerin)

nach oben

Sprachecke Italienisch

Achtung! Falsche Freunde!  
deutsch
 
italienisch
ordnen   =  imettere in ordine
bestellen  =  ordinare
     
     
Direktor (Schule)  =  il preside
Leiter    =  il direttore
     
Orchesterdirigent   direttore d’ orchestra
     
Attenzione! Pericolo!    
un  bravo ragazzo   ein guter Junge
un ragazzo bravo   ein tüchtiger Junge
     
     
un  gran quadro   ein großartiges Bild
un quadro grande   ein großes Bild
     
 
 
Espressioni idiomatiche nell’ italiano contemporaneo
avere un diavolo per capello   Haare auf den Zähnen haben
spaccare / tagliare / dividere un capello in quattro   Haarspalterei betreiben, spitzfindig sein
prendere qcn. per il collo   jdn. übers Ohr hauen, jdm. das Fell über die Ohren ziehen
     
     
Proverbi italiani   Italienische Sprichwörter
La carta è paziente.   Papier ist geduldig.
É troppo bello per essere vero.     Es ist zu schön, um wahr zu sein.
Una bugia ne tira dieci.   Eine Lüge zieht zehn nach sich.
Meglio tardi che mai.   Lieber spät als niemals.

Curiosità

Gladiatore e gladiolo, nonostante che nel significato non abbiano nulla in comune, sono parole in stretto legame di parentela tra di loro. Derivano, infatti, tutte e due dal latino gladius (coltello lungo e appuntito a forma di spada): i gladiatori erano così chiamati perchè combattevano armati di spada, i gladioli hanno questo nome per le foglie lunghe e appuntite che ricordano nella forma di spada.

Manfred Blank

 

nach oben

Weitere Informationen

 
Unsere Vereinszeitschrift

Die Zeitschrift IL PONTE erscheint drei- bis viermal im Jahr. Die Verteilung erfolgt kostenlos an die Mitglieder durch Postversand sowie an die Besucher der Veranstaltungen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

 

In diesem Archiv können Sie in ausgewählten Artikeln unserer Mitgliederzeitschrift stöbern. Einige sind im pdf-Dateiformat abgespeichert. Um sie lesen zu können, benötigen Sie z.B. einen "Acrobat Reader ©". Falls er auf Ihrem Rechner noch nicht installiert sein sollte, können Sie ihn über diesen Link herunterladen: http://www.adobe.com/de/

 
Leitung der Redaktionen

  • Apr. 1995 - Aug. 1996:
    Leonardo Civale
  • Nov. 1996 - Jan. 1998:
    Dr. Michele Lodeserto
  • Apr. 1998:
    Fabrizio Capilupo
  • Sept. 1998 - Juli 2000:
    Enzo Iacovozzi
  • seit Juni 2002:
    Heidemarie Zentgraf